{"id":112,"date":"2022-01-28T10:14:19","date_gmt":"2022-01-28T01:14:19","guid":{"rendered":"http:\/\/peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/?p=112"},"modified":"2022-04-04T11:12:11","modified_gmt":"2022-04-04T02:12:11","slug":"%e6%88%a6%e5%be%8c%e6%95%99%e8%82%b2%e3%81%af%e4%ba%ba%e3%81%a5%e3%81%8f%e3%82%8a%e3%81%8b%e3%82%89","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/archive\/112\/","title":{"rendered":"Die Schulbildung nach dem Krieg beginnt mit der Schulung des Charakters"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>Schulbildung in der Vorkriegszeit<\/p>\n<p>\u3000Die Schlacht um Okinawa begann gegen Ende der zweiten Klasse, der Oberstufe an der staatlichen Volksschule. Ich war 15 Jahre alt. Im Jahr 1941, wurden die Volksschulen in die Nationalschulen umgewandelt. Diese hatten einen sechsj\u00e4hrigen Grundkurs und eine zweij\u00e4hrige Oberstufe. Die Oberstufe war nicht verpflichtend. Wer nicht zur Oberstufe ging, besuchte die Jugendschule. Die Jugendschule hatte einen Vorbereitungskurs und wer nicht auf die Oberstufe ging, besuchte die Jugendschule von 2 oder 3 Uhr am Nachmittag. Der Lehrer an der Jugendschule leitete das Gruppentraining an der Oberstufe der Nationalschule. An der Jugendschule waren mehrere Lehrer mit Kriegserfahrung. Bereits die Sch\u00fcler der Unterstufe nahem an den \u00dcbungen teil. Wir \u00fcbten milit\u00e4rische Drills, wie Strammstehen, Salutieren und Marschieren.<br \/>\n\u3000Zu dieser Zeit gab es ein Sportabzeichen. Die Sch\u00fcler von der f\u00fcnften Klasse der Unterstufe bis zur Oberstufe besa\u00dfen so etwas wie ein Zeugnisheft. Es gab drei Stufen, Anf\u00e4nger, Mittelstufe und Fortgeschrittene. Wir mussten 50 Meter innerhalb einer bestimmten Zeit rennen und es wurde gez\u00e4hlt wie viele Klimmz\u00fcge wir schaffen. Dazu noch Hoch- und Weitsprung. Das Handgranatenwerfen wurde Kurzstock-Werfen genannt und mit einem 30 Zentimeter langen Eichenholzstab ausge\u00fcbt. Die Lehrer spornten uns an, alles zu geben, um das fortgeschrittenen Level zu erreichen. Am meisten Spa\u00df hat mir damals der Flugzeugmodellbau gemacht. Bis etwa 1944, gab es verschiedene Modellflugzeug Wettk\u00e4mpfe. Wir liessen die Modellflugzeuge auf dem Flughafen fliegen und es wurde gemessen wie lange sie in der Luft blieben. Ab dem dritten Jahr der Unterstufe bauten die Sch\u00fcler der ungeraden Klassen Propeller Modelle und die der geraden Klassen bauten Segelflugzeuge. In den h\u00f6heren Klassenstufen wurde uns auch Theorie vermittelt,<br \/>\nwie die Funktion der Hauptfl\u00fcgel und der H\u00f6hen- und Seitenleitwerke. Mein Vater schimpfte immer mit mir, wenn er mich beim Modellfliegen erwischte, anstatt beim Rasenm\u00e4her zu helfen.<br \/>\n\u3000Es gibt doch Rizinusbohnen. Um Schmier\u00f6l f\u00fcr die Maschinen zu erhalten, erhielten wir von der Schule drei Rizinusbohnen, mit der Aufforderung sie anzupflanzen und abzuliefern, wenn sie ausgreift waren. So etwas wurde uns in der Schule beigebracht. Wir wurden dazu aufgefordert, sie nicht auf dem Feld unserer Eltern anzupflanzen, sondern unser eigenes 1 Tsubo-Feld (ca 3,3 qm) anzulegen. W\u00e4hrend des Krieges k\u00fcmmerten wir uns an den Wochenenden um die Familien der in den Krieg gezogenen Soldaten. Wir holten Wasser, m\u00e4hten den Rasen und machten sauber. In sogenannten Trostbeuteln verschickten wir Zeichnungen und Postkarten. Wir freuten uns, wenn wir von ihnen eine Antwort erhielten.<\/p>\n<p>Vorbereitung auf die Schlacht<\/p>\n<p>\u3000Etwa im Juni 1944, ein halbes Jahr vor Beginn der Schlacht um Okinawa, kamen japanische Soldaten aus der Mandschurei an unsere Schule und bezogen hier Stellung. Dann begann der Ausbau des St\u00fctzpunktes. Wir planierten den Boden, m\u00e4hten das Gras f\u00fcr den Bau der Soldatenunterk\u00fcnfte und errichteten Panzerklippen. Damit der Feind mit seinen Panzern nicht einfach in die Stellung einr\u00fccken konnte, schichteten wir Steine zu einem Wall auf und hoben davor einen Graben aus. Dadurch wurden die Panzerklippen etwa drei Meter hoch. Damit umgaben wir die gesamte Stellung.<br \/>\n\u3000Wir mussten auch zu Hause einen Schutzunterstand bauen. Wir gruben ein etwa ein Meter tiefes Loch, bedeckten es mit \u00c4sten und Bambus und sch\u00fctteten es mit Erde auf. Auch auf dem Schulhof gruben wir ein gro\u00dfes Loch und bauten einen Unterstand, in den alle Sch\u00fcler eines Jahrgangs hineinpassten. Es wurden auch Luftschutz\u00fcbungen ausgef\u00fchrt. Wir bildeten eine L\u00f6schkette und reichten Wasser aus einem Teich, in Eimern bis zum Schuldach. Dort simulierten die Lehrer und Sch\u00fcler der Oberstufe das L\u00f6schen von Br\u00e4nden.<\/p>\n<p>Die Schlacht um Okinawa beginnt<\/p>\n<p>\u3000Am 24. M\u00e4rz sollte die Abschlussfeier an der staatlichen Nationalschule stattfinden, aber weil am Tag zuvor die Schlacht um Okinawa begonnen hatte, bin ich ein Absolvent der Nationalschule ohne Abschlusszeugnis. (Die Schlacht um Okinawa hatte begonnen) Am 23, M\u00e4rz ert\u00f6nten die Luftalarmsirenen und ich lief mit meiner Schwester zu einem Luftschutzbunker. \u00dcber uns flogen immer mehr Flugzeuge. Als ich nach S\u00fcden, zur K\u00fcste vom Komesu, Itoman schaute, sah ich den Staub der Bombeneinschl\u00e4ge aufwirbeln und wir rannten schnell in den Bunker hinein. Die Amerikaner flogen keine Angriffe in den fr\u00fchen Morgenstunden. Sobald es hell wurde, verliessen wir den Bunker liefen zu den Feldern. Wir gruben S\u00fc\u00dfkartoffeln aus, kochten sie und liefen zum Bunker zur\u00fcck. Wir holten auch Wasser. Die jungen Leute im Dorf verrichteten diese T\u00e4tigkeiten in Gemeinschaftsarbeit. Die \u00c4lteren blieben im Bunker, aber die gesunden unter ihnen pendelten zwischen ihren H\u00e4usern und dem Bunker hin und her. Anfang Mai standen noch einige H\u00e4user die Leute ruhten sich in ihnen aus, oder \u00fcbernachteten in ihnen, ohne zum Bunker zur\u00fcck zugehen. Nach und nach versch\u00e4rften sich die Kampfhandlungen.<br \/>\n\u3000Mein Vater wurde am 20. Mai bei einem M\u00f6rserangriff der US-Truppen in Untamui in der N\u00e4he von Shuri get\u00f6tet. Deshalb kann ich mich gut erinnern, was in den Tagen um den 20. Mai passierte. Zu dieser Zeit gingen der Leiter der Polizeibrigade und eine Gruppe japanischer Nachwuchsoffiziere durch den Bunker und versuchten die Leute zu \u00fcberzeugen. Sie sagten: \u201eWir werden diese Schlacht auf jeden Fall gewinnen. Um diesen Kampf zu gewinnen, h\u00f6ren sie auf uns und befolgen unsere Anweisungen. Begeben sie sich innerhalb der n\u00e4chsten Tage an einen sicheren Ort\u201c. Nach zwei oder drei Tagen erschienen sie erneut. Diesmal hie\u00df es: \u201eRaus! Alle sofort raus aus dem Bunker!\u201c, und sie vertrieben uns aus dem Schutzraum. \u201eSoldaten werden aus Shuri, Naha kommen und euch und die Nation besch\u00fctzen\u201c, sagten sie. \u201eBegeben sie sich alle an einen sicheren Ort\u201c. Aber sie zeigten uns nicht, wohin wir fliehen sollten.<br \/>\n\u3000Der Krieg wurde heftiger und immer mehr Menschen starben. Unser Familien\u00e4ltester meinte zu uns: \u201eIn diesem Krieg wird die Familie von Tag zu Tag kleiner. Bevor unsere Familie auseinander gesprengt wird und wir nicht wissen, wo die einzelnen Familienmitglieder gestorben sind lasst uns am Familiengrab versammeln und dort verstecken\u201c. Er rief unsere Familie zusammen. Etwa 30 Verwandte fanden sich bei unserem Familiengrab ein. Die starken J\u00fcngeren, so wie ich, sa\u00dfen vor dem Grab, die Kinder und \u00c4lteren begaben sich ins Innere des Grabes. Unser Familiengrab war sehr alt. Es bestand aus einem in den Felsen gehauenes Loch mit aufgeschichteten Steinen davor. In den Steinhaufen schlug eine Granate ein und die herumfliegenden Steine und Granatsplitter t\u00f6teten fast die H\u00e4lfte der 30 Leute im Grab. Die andere H\u00e4lfte wurde verwundet. Niemand blieb unverletzt. Hier sehen sie die gro\u00dfe Narbe an meinem Oberschenkel, von der Verletzung, die ich damals erlitt.<\/p>\n<p>Ergebung und Gefangennahme<\/p>\n<p>\u3000Ab dem 19. Juni h\u00f6rten wir vom Maehira Berg in Itoman die Lautsprecheransagen der amerikanischen Armee. \u201eErgebt euch! Wenn ihr aus euren Verstecken heraus kommt, helfen wir euch\u201c. \u201eEs gibt Nahrung, Kleidung und Unterkunft\u201c. Am 23. Juni, verlies ich zusammen mit drei anderen jungen M\u00e4nnern den Bunker, mit der Absicht uns nach Yanbaru durchzuschlagen. Wer keine Handgranate werfen konnte, blieb im Bunker zur\u00fcck. Amerikanische Soldaten warfen eine Phosphorgranate in den Bunker. Die Verbliebenen wurden gefangengenommen und von den Amerikaner fortgebracht. Am n\u00e4chsten Tag kam ein Einwohner unseres Dorfes, der aus Hawaii zur\u00fcckgekommen war, und sagte zu uns: \u201eEs ist besser sich zu ergeben, die Amerikaner sind nicht so schlimm wie ihr denkt\u201c. Alle erhoben ihre H\u00e4nde und ergaben sich.<br \/>\n\u3000Wir wurden auf dem Dorfplatz hinter dem Utaki (heilige St\u00e4tte) versammelt und auf die Ladefl\u00e4chen kleiner Milit\u00e4r-LKW verladen. In Inamine, Ozato stiegen wir von den LKW. Wer laufen konnte, dem wurde befohlen nach Yabiku in Chinen zu gehen. Als wir dort eintrafen, war es bereits Abend, es war ein gro\u00dfes Zeltlager errichtet. Im Hafen von Baten, bestiegen wir ein Panzerlandungsschiff (LST), wir verliessen es in Ourazaki in Nago.<\/p>\n<p>Ziviles Sammellager in Futami, Nago<\/p>\n<p>\u3000In dem Sammellager waren etwa 1000 Leute inhaftiert. Die Dorfvorsteher der einzelnen D\u00f6rfer<br \/>\n\u00fcbernahmen die Verantwortung im Lager. Die einzelnen D\u00f6rfer waren in gemeinsamen Zelten untergebracht. In einem Zelt waren ungef\u00e4hr 30 Personen aus f\u00fcnf oder sechs Haushalten untergebracht. Wir kamen gut zusammen aus und es war sehr praktisch. Die Kinder schlossen schnell Freundschaft und die Erwachsenen konnten sich gegenseitig helfen. Zu dieser Zeit, er\u00f6ffnete in Sedaka, Nago eine Oberschule. Meine ehemaligen Mitsch\u00fcler luden mich ein, mit ihnen zusammen die Schule zu besuchen. Aber ich schlug das Angebot aus. Ich musste f\u00fcr meine j\u00fcngerem Geschwister und meine Gro\u00dfmutter sorgen. Weil die Rationen der amerikanischen Armee nicht ausreichten, musste ich mich um die Beschaffung von Nahrung k\u00fcmmern und konnte nicht zur Schule gehen. Dann brach Malaria aus. Meine bis eben noch gesunde Gro\u00dfmutter, steckte sich mit der Malaria an, bekam hohes Fieber und starb innerhalb von zwei Tagen.<br \/>\n\u3000Die Lebensmittelrationen bestanden zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Mais. Ich denke es war Viehfutter. Der Mais war so hart, dass selbst wenn wir ihn einen ganzen Tag kochten, nur zur H\u00e4lfte essen konnten. Ich stahl einen amerikanischen Stahlhelm und benutzte ihn als M\u00f6rser, um den Mais zu zersto\u00dfen. Auf diese Weise konnten wir einen Brei kochen, den alle essen konnten. Die meisten Kinder litten an Verdauungsst\u00f6rungen und hatten Magenschmerzen. Weil wir nicht genug Lebensmittel erhielten, war es f\u00fcr uns normal, solange wir nicht entdeckt wurden in den Anlagen der US-Armee in Nago, alles zu stehlen, was wir in die H\u00e4nde bekamen. Wir gingen auch nach Nago und sammelten auf, was wir in den Stra\u00dfen finden konnten. Wir gingen zum Meer und sammelten Algen und andere essbare Sachen auf. In den Bergen sammelten wir Maulbeerbl\u00e4tter und zarte Blattsprossen zum Essen. Wir a\u00dfen alles was weich war, auch Gras haben wir gegessen. Die beste Energiequelle waren aber die Fr\u00f6sche. Die als Rationen verteilten Bohnen und Getreide verursachten Verdauungsst\u00f6rungen und Magenbeschwerden. Ich denke viele Menschen haben nur \u00fcberlebt, weil sie Fr\u00f6sche gegessen haben. Ungef\u00e4hr ein halbes Jahr haben wir dort verbracht.<\/p>\n<p>Leben in Nashiro<\/p>\n<p>\u3000Danach zogen wir auf das Gel\u00e4nde einer ehemaligen US-Kaserne in Nashiro, Itoman. Es gab dort Soldatenunterk\u00fcnfte aus Brettern, eine gro\u00dfe Wellblechbaracke (Quonset) und Zelte. Die Einwohner aus f\u00fcnf Gemeinden von Takamine, Itoman, Makabe, Komesu und Kyan waren dort untergebracht. Es war sehr beengt. M\u00e4nner und Frauen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die M\u00e4nner in die Baugruppe, die Frauen in die Feldarbeitsgruppe. Wir bestimmten f\u00fcr jedes Dorf einen Verantwortlichen.<br \/>\n\u3000Das Neujahrsfest 1946 verbrachten wir im Sammellager von Nashiro. Im n\u00e4chsten halben Jahr bauten wir sogenannte Two by Four (2&#215;4) genannte Standardh\u00e4user.<br \/>\nWir haben hart gearbeitet, schnell gute H\u00e4user zu bauen, und um schnell zu ernten. Ab und zu wurden alle Einwohner des Dorfes zum Dorfputz mobilisiert. Eine der ersten Aufgaben, war das Auflesen der Knochen und Gebeine. Zuerst sammelten wir im Dorf, danach auf den Wegen und den Gr\u00e4ben am Stra\u00dfenrand die gebleichten Knochen ein und brachten sie in eine H\u00f6hle in der N\u00e4he des Dorfes.<\/p>\n<p>Aufnahme an der Itoman Highschool<\/p>\n<p>\u3000Kurz nachdem wir von Futami nach Nashiro umgezogen waren, wurde am 16. Januar 1946 die Itoman Highschool er\u00f6ffnet und warb um Sch\u00fcler. Wer vor dem Krieg eine Schule besucht hatte, erhielt die Aufforderung, sich an der Itoman Highschool anzumelden. Ich nahm vom Tag der Er\u00f6ffnungsfeier am Unterricht teil. Es gab viele Sch\u00fcler an der Itoman Highschool. Sie kamen aus Tomigusuku, Oroku und Kanegusuku. Ich geh\u00f6rte zu den Absolventen des vierten Jahrgangs, der aus drei Klassen bestand. Die Itoman Higschool befand sich direkt neben der Stadt. Ein ehemaliges Feld wurde f\u00fcr das Schulgel\u00e4nde planiert und Zelte aufgestellt. Auf diese Weise ging das Errichten der Schule z\u00fcgig vonstatten.<br \/>\n\u3000Es gab nicht gen\u00fcgend Schreibmaterialen und Papier, deshalb suchten wir auf den M\u00fcllhalden des US-Milit\u00e4rs und brachten heim, was wir gebrauchen konnten. Klubaktivit\u00e4ten wurden wieder aufgenommen. Am beliebtesten waren Baseball und Basketball. Wir Sch\u00fcler aus der Provinz hatten keine Zeit f\u00fcr die Klubaktivit\u00e4ten. Das blo\u00dfe Leben war eine Herausforderung, die alle Anstrengungen kostete. Sofort nach der Schule lief ich nachhause, um bei der Feldarbeit zu helfen. Ansonsten h\u00e4tte ich nicht zur Schule gehen k\u00f6nnen. Etwa vier Kilometer von unserem Haus entfernt, hatte die Schule ein Feld gepachtet. Wir bauten dort S\u00fc\u00dfkartoffeln an. Es war eine ganz normale Highschool, aber wir hatten auch eine gro\u00dfe Landwirtschaftsabteilung. Das Wohnheim der Schule, war damals das gr\u00f6\u00dfte von ganz Okinawa. Von Itoman aus fuhren die Schiffe nach Kumejima, Kerama und zu den Yaeyama Inseln. Wir hatten mehr Sch\u00fcler von dort, als an der Naha Highschool.<br \/>\n\u3000In Itoman herrschte wie \u00fcberall Lehrermangel. Ich hatte vor dem Krieg die Mittelstufe der Lehrerschule bestanden. Weil es sehr wenige einheimische Lehrer gab, wurde ich immer wieder aufgefordert, dass ich doch Lehrer werden soll. Und so besuchte ich die p\u00e4dagogische Hochschule in Taba, Gushikawa.<\/p>\n<p>Studium an der p\u00e4dagogischen Hochschule<\/p>\n<p>\u3000Ich hatte Spa\u00df an meinem Leben im Wohnheimzelt. Es waren Studenten aus Amami-Oshima, Miyako-jima, Yaeyama, den Inseln um Okinawa herum, sowie aus dem mittleren Teil der Hauptinsel, wie Nakagami im Wohnheim versammelt. In einem Zelt wohnten sechs bis acht Studenten. Wir halfen einander wie eine richtige Familie. Wir teilten uns das W\u00e4sche waschen und das Wasser holen. Nach dem Abschluss der Hochschule, beschloss ich Lehrer zu werden und gab die Idee auf, f\u00fcr das US-Milit\u00e4r zu arbeiten. Obwohl das Gehalt dort um ein vielfaches h\u00f6her war als das eines Lehrers. Als Lehrer erhielt man einen Monatslohn von 920 B-Yen (US-Milit\u00e4r W\u00e4hrung), arbeitete man f\u00fcr die Armee, betrug der Monatslohn mehrere Tausend Yen. Ich gab meine W\u00fcnsche auf und wurde zuerst einer Grundschule zugewiesen. Es herrschte Lehrermangel an den Mittelschulen und es wurden einheimischen Lehrkr\u00e4fte aus Maehira gesucht.<\/p>\n<p>Anstellung an der Miwa Mittelschule<\/p>\n<p>\u3000Ich wurde an der Miwa Mittelschule angestellt. Ich habe mich fast jeden Tag mit den Sch\u00fcler gestritten. Wir jungen Lehrer wurden mir den unterschiedlichsten Aufgaben betraut. Ich wurde beauftragt Sport zu unterrichten. Dazu unterrichtete ich noch Naturwissenschaften, Mathematik und Sozialkunde. Die \u00e4lteren Lehrkr\u00e4fte konzentrierten sich nur auf ein einzelnes Fachgebiet. \u201eIhr habt die Schule nach dem Krieg abgeschlossen und passt besser zu den Sch\u00fcler, da der Altersunterschied nicht so gro\u00df ist\u201c. So sagten die \u00e4lteren Lehrer zu uns. F\u00fcr die erste Klasse der Mittelschule gab es sechs Lehrb\u00fccher f\u00fcr Naturwissenschaften. Sie waren alle sehr kompliziert und wir jungen Lehrer mussten den naturwissenschaftlichen Unterricht \u00fcbernehmen.<br \/>\n\u3000Weil ich nur eine Grundschullehrer Lizenz hatte, musste ich eine Mittelschullehrer Lizenz erwerben. Aber das war nicht so einfach. An der Ryukyu Universit\u00e4t gab es nicht ausreichend genug Kurse. Es gab vier verschiedene Lizenzen. Tempor\u00e4re Lizenz, Provisorische Lizenz, Zweite Klasse und Erste Klasse. Alle k\u00e4mpften mit den Schwierigkeiten sie zu erwerben. Besonders die Lehrerinnen hatten es schwer. Sie mussten ihre Kinder mit zu den Kursen nehmen. In Itoman gab es auch Kurse in den Sommerferien. Das ging so f\u00fcr einige Jahre. Es gab auch Abendkurse in Naha, Aber es war nicht so einfach regelm\u00e4\u00dfig von Itoman nach Naha zu pendeln. Weil mit einer h\u00f6heren Lizenz, das Gehalt stieg, erwarben immer mehr Lehrer ihre Lizenzen in Fernkursen, damit sie besser f\u00fcr ihre Familien sorgen konnten. Auch ich habe auf diesem Wege meiner Lizenz erworben.<br \/>\n\u3000Zu Beginn der Mittelschule waren die Kinder wissbegierig und aufrichtig. Aber einige Jahre sp\u00e4ter, begannen Sch\u00fcler regelm\u00e4\u00dfig zu fehlen. Das bedeutete, dass sie mehr als drei Monate dem Unterricht fernblieben. Es gab Sch\u00fcler, wo es Probleme mit den Eltern gab, oder bei dem Sch\u00fcler selbst. F\u00fcr die Lehrer war es sehr schwierig, mit diesen Kindern umzugehen. 1950 begann der Bau des Schulgeb\u00e4udes, zuerst das Lehrerzimmer und dann die Klassenr\u00e4ume. Der Eltern-Lehrer Verband wurde mobilisiert und f\u00e4llte B\u00e4ume am Meiji Berg in Yanbaru (Im Norden Okinawas) Das Holz wurde f\u00fcr die St\u00fctzpfeiler der Geb\u00e4ude benutzt. Das Dach war mit Stroh aus der Umgebung gedeckt, aber jedes Mal bei einem Taifun st\u00fcrzten die Pfeiler um.<\/p>\n<p>Meine Botschaft an die jungen Leute<\/p>\n<p>\u3000Ich w\u00fcnsche mir, das die Eltern ihren Kindern sagen, das sie das Wichtigste sind, das es f\u00fcr sie gibt. Damit sie die Regeln der Gesellschaft befolgen und eine Welt schaffen, in der sich alle gegenseitig unterst\u00fctzen. Und es ist mein Wunsch, das die jungen Leute eine Gesellschaft Aufbauen, in der Kinder das Allerwichtigste sind. Wir Alten werden irgendwann nicht mehr da sein, darum w\u00fcnsche ich mir, dass ihr jungen Leute hart daf\u00fcr zusammenarbeitet, eine neue Gesellschaft aufzubauen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u3000Herr Touroku Oshiro widmete seine ganze Kraft der Schulbildung im Nachkriegs Okinawa, unter anderem als Schulleiter und Leiter des Bildungsamts der Stadt Itoman. Nach seiner Pensionierung berichtete er als Mitglied unseres \u201eErz\u00e4hlerclubs\u201c von den wahren Ereignissen der Schlacht um Okinawa.<br \/>\n\u3000Er legte dabei besonderen Schwerpunkt auf das Aufschreiben der Erfahrungen derjenigen, die den Krieg aus der Perspektive der Einwohner erlebt hatten. Er war in die Aufzeichnung und Editierung vieler Augenzeugenberichte involviert. Beginnend mit der \u201eGeschichte der Pr\u00e4fektur Okinawa\u201c und seinem eigenen Kriegserlebnissen.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schulbildung in der Vorkriegszeit \u3000Die Schlacht um Okinawa begann gegen Ende der zweiten Klasse, der Oberstufe [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-112","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archive"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":819,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112\/revisions\/819"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=112"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=112"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}