{"id":148,"date":"2022-01-28T15:07:07","date_gmt":"2022-01-28T06:07:07","guid":{"rendered":"http:\/\/peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/?p=148"},"modified":"2022-04-11T13:03:23","modified_gmt":"2022-04-11T04:03:23","slug":"%e4%bc%8a%e6%b1%9f%e5%b3%b6%e3%83%bb%e5%82%b7%e3%81%a0%e3%82%89%e3%81%91%e3%81%ae%e3%82%b7%e3%83%9e","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/archive\/148\/","title":{"rendered":"Ie-jima, eine verw\u00fcstete Insel"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>Ie-Jima vor der Versch\u00e4rfung des Krieges<\/p>\n<p>\u3000W\u00e4hrend der Schlacht von Okinawa war ich sieben Jahre alt\u3000und in der ersten Klasse der Grundschule. Ich habe keine genaue Erinnerung daran, auf der Schulbank gesessen und gelernt zu haben. Das Einzige woran ich mich erinnere, sind Luftschutz\u00fcbungen und das wir Trainingsdrills der Soldaten angeschaut haben.<br \/>\n\u3000Das war im Jahr 1944, dem Jahr des Luftangriffs vom 10. Oktober. Kurz bevor der Krieg begann, wurden auf der Hauptinsel Okinawa viele Leute mobilisiert, um sich der \u201eIe Island Airfield Costruction Support Quad\u201c anzuschlie\u00dfen. Aus Nakijin und Motobu in der N\u00e4he der Insel Ie-jima brachten die Helfer ihre Pferde und Wagen mit. Auch aus den s\u00fcdlichen und mittleren Teilen Okinawa kamen die Unterst\u00fctzungstrupps. Wir beherbergten in unserem Haus einen Arbeiter, der aus Nakijin nach Ie-jima gekommen war. Als wir sp\u00e4ter nach Nakijin evakuieren mussten, nahm er uns in seinem Haus auf.<\/p>\n<p>Evakuierung nach Nakijin<\/p>\n<p>\u3000Nach dem Luftangriff vom 10. Oktober bestiegen wir auf Befehl der japanischen Armee an der Ostk\u00fcste, dort wo heute der Strand ist, mitten in der Nacht ein Landungsboot und \u00fcberquerten das Meer. Wir landeten in Hamazaki in Motobu. Von dort ging es zu Fu\u00df weiter nach Nakijin. Als wir ankamen, war es Morgens um 6 Uhr. In dieser Nacht kam ich nicht zum schlafen. Ich war schon sieben Jahre alt und trug mein eigenes Gep\u00e4ck. Mein Bruder war erst zwei Jahre alt. Er konnte noch nichts tragen, aber er bekam eine Wasserflasche um den Hals geh\u00e4ngt und musste die gesamte lange Strecke zusammen mit den Erwachsenen laufen. Als er zu weinen anfing, machten wir 30 Minuten Pause und liefen dann weiter. Unsere Evakuierung nahm mehr Zeit in Anspruch, als die der anderen Familien. Meine Mutter und mein Vater trugen bereits so viel wie es nur ging. Darum konnten sie meinen Bruder nicht auf den Arm nehmen. Mein Vater hatte den unteren Teil seines rechten Armes verloren. Er konnte aufgrund dieser Behinderung nicht k\u00e4mpfen und durfte darum die Insel Ie-jima verlassen. Diese Tatsache hat ihm das Leben gerettet.<br \/>\n\u3000Wir wurden nach Yonamine in Nakijin evakuiert. Dort blieben wir aber nicht sehr lange, nur einige Tage. Jeden Morgen evakuierten wir auf den Gogayama und wenn die Sonne unterging, begaben wir uns wieder nach Yonamine. Das wiederholten wir jeden Tag. Etwas ist mir tief in Erinnerung geblieben. Es gab an unserem Evkuierungsort einen gro\u00dfen Gajumaru Baum. Wenn man auf den Baum kletterte und in Richtung Ie-jima blickte, konnte man jeden Tag die feuerrot brennende Insel sehen. Als Kind dachte ich dar\u00fcber nach, ob unser eigenes Haus wohl brannte, ob die H\u00e4user in der Nachbarschaft brannten und stellte mir vor wie viele H\u00e4user wohl vom Feuer verschont geblieben waren. Diese Sorge um meine geliebte Insel, dass hat einen tiefen Eindruck hinterlassen<\/p>\n<p>Gefangennahme und Internierung in Nago<\/p>\n<p>\u3000An dem Tag, an dem ich gefangen genommen wurde, gab es keinerlei Anweisungen und mir wurde gesagt, dass ich auch im Hause bleiben k\u00f6nne. Deshalb ging ich nicht in die Berge und ruhte mich im Haus aus. So gegen Mittags um 12 Uhr gab es auf einmal den Befehl sofort an die K\u00fcste, anstatt in die Berge zu fliehen, da die Amerikaner gelandet sind. In gro\u00dfer Eile flohen alle Fl\u00fcchtlinge in Richtung K\u00fcste und wir versteckten uns in einem Palmenfarnw\u00e4ldchen. Dort wurden wir alle von den Amerikanern gefangen genommen und nach Nago in das Ourazaki Internierungslager gebracht. Wo wir f\u00fcr ein, zwei Monate vorl\u00e4ufig untergebracht wurden. Danach wurden wir nach Kushi verlegt. Wir wurden in einem von den US-Streitkr\u00e4ften gebauten Fl\u00fcchtlingslager untergebracht. In dem Lager blieb die evakuierte Zivilbev\u00f6lkerung von Ie-jima f\u00fcr zwei Jahre. Ungef\u00e4hr 2000 bis 3000 Leute waren dort interniert.<\/p>\n<p>Unterbringungsort der Bev\u00f6lkerung von Ie-jima<\/p>\n<p>\u3000Weitere 2000 Leute, die nach unserer Evakuierung auf Ie-jima gefangen genommen wurden, wurden zuerst auf den Kerama Inseln untergebracht. Nach einigen Monaten wurden sie aufgeteilt. Ein Teil wurde zu uns nach Kushi verlegt. Die anderen kamen in ein Lagen nach Motobu. W\u00e4hrend unseres zweij\u00e4hrigen Aufenthaltes im Fl\u00fcchtlingslager, bildete sich eine Verwaltung und in Kushi, Nago wurde das Ie-jima Rathaus eingerichtet. In dem Lager gab es einen Brand. Das Haus, in dem wir wohnten, brannte ab und ich rannte mit nichts als den Kleidern am Leib hinaus. Das Lagerleben war eine sehr gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n<p>Lebensmittelknappheit.<\/p>\n<p>\u3000Am schlimmsten am Lagerleben in Kushi war die Lebensmittelknappheit. Wollte man auf den Feldern von Kushi auch nur eine S\u00fc\u00dfkartoffel ausgraben, wurde man sofort festgehalten. Es waren W\u00e4chter da die aufpassten, dass niemand Kartoffeln stahl. Wir konnten nicht einmal Kazura (Kartoffelbl\u00e4tter) von den Feldern sammeln. Wir wurden schon misstrauisch be\u00e4ugt, wenn wir nur am Feldrand entlangliefen. Es blieb uns nur, die Gr\u00e4ser vom Wegesrand, welche essbar aussahen zu pfl\u00fccken und sie zu verzehren. Mit den Feldrationen, die von der US-Armee verteilt wurden, mussten wir drei Tage lang auskommen. Meine Mutter und mein kleiner Bruder waren kurz davor, an Unterern\u00e4hrung zu sterben. Mit meinem Vater zog ich los um Fr\u00f6sche zu fangen, aber selbst wenn wir 40 oder 50 Fr\u00f6sche fingen, reichte das nicht f\u00fcr eine Mahlzeit. Au\u00dfer den Schenkeln konnte man kaum etwas essen, sodass sie nicht viel zus\u00e4tzliche Nahrung lieferten.<br \/>\n\u3000Eine \u00e4ltere Frau erkl\u00e4rte mir, dass die M\u00e4use im Haus im \u00f6rtlichen Dialekt Yaaboo hei\u00dfen und ich Yaaboo fangen soll, f\u00fcr meine Familie zum essen. Man konnte sie leicht mit blo\u00dfen H\u00e4nden unter dem Feuerholz oder im Gras fangen. Es gab auch jede Menge gro\u00dfe M\u00e4use. Ich fing etwa einen halben Sack voll M\u00e4use und die alte Frau bereitete sie f\u00fcr mich zu. Ich teilte die M\u00e4use mit ihr und wir liessen sie uns alle gemeinsam schmecken. Auf diese Weise sind wir am Leben geblieben.<\/p>\n<p>R\u00fcckkehr nach Ie-Jima und Wiederaufbau<\/p>\n<p>\u3000Im M\u00e4rz 1947, durften wir endlich ,nach zwei Jahren, wieder nach Ie-jima zur\u00fcckkehren. Alle Bewohner der Insel freuten sich riesig dar\u00fcber. An Bord des Schiffes, das nach Ie-Jima fuhr, trug jeder gro\u00dfe Erwartungen in seiner Brust. Als wir jedoch den ersten Fu\u00df an Land setzen bot sich uns ein Anblick, der v\u00f6llig anders war von dem, was wir vor dem Krieg kannten. Kein einziges Haus, keinen einzigen Baum war \u00fcbrig geblieben. Alles was es noch zusehen gab, waren US-Milit\u00e4rfahrzeuge. Auf einem von Korallensteinen ges\u00e4umten Platz sah man die Armeefahrzeuge kommen und gehen. Es f\u00fchlte sich an wie eine Sinnest\u00e4uschung, als ob wir irgendwo auf einem St\u00fctzpunkt und nicht auf unserer Insel angekommen w\u00e4ren. Es wurde erz\u00e4hlt, dass einige Leute so geschockt waren, dass sie kein Wort mehr herausbrachten. Ich hatte keine Ahnung, wo einmal unser Haus gestanden hatte.<br \/>\n\u3000\u00d6stlich der heutigen Ie-jima Grundschule gab es Quonset-Baracken (halbrunde Wellblechbaracken), strohgedeckte H\u00fctten und Zelte. Hier lebten wir erst einmal wieder alle gemeinsam. Das ging so f\u00fcr ungef\u00e4hr ein Jahr. Wir suchten nach unseren eigenem Grundst\u00fcck, aber nicht ein einziges Geb\u00e4ude, nicht einmal ein einziger Schweinestall stand mehr. Zuerst bauten wir eine kleine H\u00fctte. Daf\u00fcr musste man erst einmal sein Land daf\u00fcr wieder herrichten. Dort wo die H\u00e4user nur abgebrannt war, ging es noch einigerma\u00dfen, aber unser Haus war von Panzern und anderem schweren Kriegsger\u00e4t zerst\u00f6rt worden. Wir suchten in den Tr\u00fcmmern nach Dachziegeln, von denen einige erhalten geblieben waren, und anderem wiederverwendbaren Materialien. Was wir fanden, waren menschliche Sch\u00e4del, gebleichte Skelette und Giftschlangen. Die Leute machten sich damals nicht so viel aus den Giftschlangen. Wir versuchten nichtmal sie zu t\u00f6ten. Wie wollten nur so schnell wie m\u00f6glich unser Haus wieder aufbauen. Wir f\u00e4llten die Gajumaru und Fukugi B\u00e4ume, die nicht verbrannt waren und bauten uns daraus eine Holzh\u00fctte mit Erdfundament.<br \/>\n\u3000Tausende Menschen starben auf Ie-jima. Auf so einer kleinen Insel, sind so viele Leute ums Leben gekommen. Nach dem Krieg herrschte \u00fcberall Lebensmittelknappheit. \u00dcberall auf den S\u00fc\u00dfkartoffelackern sprossen die gr\u00fcnen Bl\u00e4tter, Kazura genannt. Wenn man voll Erwartung mit einem Stock nachschaute, ob bereits eine gro\u00dfe S\u00fc\u00dfkartoffel zu ernten ist, fand man einen menschlichen Sch\u00e4del oder Knochenreste. Die Kazura wurden von den menschlichen K\u00f6rpern der Kriegstoten ged\u00fcngt. Es wurden 10 \u00d6lf\u00e4sser aufgestellt und die menschlichen \u00dcberreste in sie hinein gelegt. Lebte man in der N\u00e4he der Gebeine-Sammelstelle, brachte man sie selber dort hin. In weiter entfernt gelegen D\u00f6rfer, lies man sie erst einmal stehen und es kamen Vertreter der Gemeinde, die sie abholten. Pferde und Wagen gab es noch nicht. Bevor alle Einwohner der Insel nach Ie-jima zur\u00fcck durften, war ein Vortrupp von 100 Jugendlichen rekrutiert worden, um erste Aufr\u00e4umarbeiten vorzunehmen. Sie erz\u00e4hlten sp\u00e4ter, dass ihre einzige Aufgabe darin bestanden hatte menschliche Gebeine zu bergen. Solche Geschichten haben wir von ihnen geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Das LCT Explosionsungl\u00fcck<\/p>\n<p>\u3000Es passierte, als ich 11 Jahre alt war. W\u00e4hrend den Sommerferien der f\u00fcnften Klasse. Ich war mit meinem Vater in Motobu und wir fuhren mit dem Schiff zur\u00fcck. Wir hatten vor in Motobu zu \u00fcbernachten, aber der Plan \u00e4nderte sich pl\u00f6tzlich und es wurde nur ein Tagesausflug. Ich hatte nicht mal Zeit mein Lunchpaket zu essen und stieg mit hungrigem Magen auf das Schiff. Zur\u00fcck in Ie-jima wollte ich sofort mein Lunchpaket essen, aber die Munitionstransporter der US-Armee die hin- und herfuhren, wirbelten so viel Staub auf, dass ich dort nicht essen konnte. Ich war durstig, schn\u00fcrte noch einmal mein Lunchpaket zusammen und ging zur K\u00fcche des Hauses, dass direkt am Hafen stand. Gerade als ich mir eine Kelle Wasser sch\u00f6pfen wollte, gab es pl\u00f6tzlich ein lauter Knall, der meine Ohren fast zum Platzen brachte und die Umgebung pechschwarz werden lie\u00df. Als es wieder hell wurde und ich um mich blickte, rannten Menschen hin und her und ich h\u00f6rte Schreie aus allen Richtungen. Es war eine schreckliche Trag\u00f6die.<br \/>\n\u3000Ich war verwirrt und rannte nach Hause. Als ich dort ankam, war meine Mutter total \u00fcberrascht mich zu sehen. Sie fragte mich, warum wir schon am selben Tag wieder zur\u00fcckgekommen waren. Ich erz\u00e4hlte ihr was passiert ist. Sie fragte wo mein Vater ist, aber ich konnte ihr keine Antwort geben. Ich wusste nicht ob er in Sicherheit war. Ich bemerkte, dass ich immer noch die Sch\u00f6pfkelle in der Hand hielt. Ich war so ver\u00e4ngstigt, dass ich sie nicht loslassen konnte. Meine Mutter entfernte einen Finger nach dem anderen von der Sch\u00f6pfkelle und fragte mich, wo ich Wasser getrunken habe. Aber ich konnte mich an nichts erinnern. Meine Mutter nahm an, dass mein Vater tot war. Bevor ich nach Hause gekommen war, hatte man sich bereits erz\u00e4hlt, dass alle Passagier der F\u00e4hre ums Leben gekommen sind. Und doch kam ihr Sohn allein zur\u00fcck, ohne ihren Mann. Meine Mutter glaubte, dass mein Vater tot war und bat ihre Verwandten ihr bei der Suche zu helfen. Wir gingen alle zum Hafen, um nach meinen Vater zu suchen.<br \/>\nDer Anblick war\u2026.Ich wei\u00df nicht wie ich es ausdr\u00fccken soll. Der normalerweise im Sonnenlicht glimmernde sch\u00f6ne wei\u00dfe Sandstrand hatte sich nach durch die Explosion schwarz verf\u00e4rbt. \u00dcberall waren die Tr\u00fcmmer des LCT (Panzerlandungsschiff) und Bombensplitter verstreut. Alle waren in Panik. Es war die H\u00f6lle auf Erden. Schwarzen Klumpen waren als menschliche Leichen zu erkennen, aber mehr auch nicht. Keiner wusste, wer die Leichen waren. Mein Vater hatte bei einem Vorkriegsunfall seine rechte Hand verloren. Unter den sechs Verwandten am Strand, befand sich die \u00e4ltere Schwester meines Vaters. Meine Tante sah umher und fand eine Leiche ohne rechte Hand. Die Hand war anscheinend nicht durch. die Explosion abgetrennt worden, deshalb nahm sie an, dass es sich um ihren Bruder handelt. \u201eDas ist mein Bruder, kein Zweifel\u201c, sagte sie und alle brachen in Tr\u00e4nen aus. Mir war noch nicht richtig bewu\u00dft, dass mein Vater tot ist. Ich stand einfach nur wie bet\u00e4ubt da. Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte ich hinter mir einen lauten Schrei. \u201eSeitoku! Du bist am Leben!\u201c, als ich mich umdrehte, um zu sehen, wer geschrien hatte, sah ich meinen Vater. Mein Vater, der eigentlich tot sein sollte, war am Leben. Es war eine dramatische Wendung, wie in einem Theaterst\u00fcck. Mein Vater und ich wurden gerettet, aber der Cousin meines Vaters, der auf demselben Schiff gewesen war, kam bei dem Ungl\u00fcck ums Leben.<br \/>\n\u3000Auch der n\u00e4chste Tag war schrecklich. \u00dcberall lagen Leichen herum. Auch vom Meer wurden Leichen angesp\u00fclt. Keine der Leichen konnte identifiziert werden. Der Jugendverein und die Feuerwehr wurden mobilisiert und fingen an die Toten zu bergen. Neben ihnen standen Leute und riefen die Namen ihrer Angeh\u00f6rigen, die heimkommen sollten, aber nicht zur\u00fcckgekommen waren. Auch der Tag nach der Explosion war die H\u00f6lle.<\/p>\n<p>Ie-Jimas Geschichte des Leidens.<\/p>\n<p>\u3000Die Bewohnern von Ie-Jima haben in diesem Krieg viel Leid erfahren. Sie haben die Leiden und M\u00fchen Fl\u00fcchtlingslebens ertragen Sie hatten keine Zeit sich auszuruhen und ihren K\u00f6rper und ihre Seelen zu heilen. Und trotz dieses Zustandes der v\u00f6lligen Ersch\u00f6pfung gaben sie nicht auf und spornten sich an, mit aller Kraft weiterzuleben aus den Tr\u00fcmmern heraus ein neues Leben zu beginnen. W\u00e4hrend dieser verzweifelten Anstrengung ereignete sich dieser Unfall. Die Explosion eines Munitionstransportschiffes der US-Armee. Gerade als wir es geschafft hatten zu \u00fcberleben und allm\u00e4hlich unsere Tr\u00e4ume und unsere F\u00e4higkeit zu l\u00e4cheln wiedererlangt hatten, geschah dieser tragische Vorfall und f\u00fcgte allen schweren psychischen Schaden zu. Es gab viele Hinterbliebene, vor allem unter den Verwandten der Verstorbenen, die all ihren Lebensmut und all ihre Hoffnung verloren hatten. So war die Situation damals. Trotzdem mussten wir weiterleben. Wir hatten das Gef\u00fchl etwas tun zu m\u00fcssen, unser Leben wieder in den Griff zu bekommen und wir zogen uns verzweifelt wieder auf die Beine.<br \/>\n\u30001953, nur f\u00fcnf Jahre nach dem Unfall, ordnete das US-Milit\u00e4r die R\u00e4umung des Dorfes Maja an, um das Gebiet f\u00fcr einen Schie\u00dfplatz zu nutzen. Die Mitglieder der \u201eTochi o Mamoru Kai\u201c (Verein f\u00fcr den Schutz unseres Landbesitz) um Shoko Ahagon herum, veranstalteten eine Bittmarsch quer durch Okinawa, um gegen die geplante R\u00e4umung zu protestieren. Sie f\u00fchrten danach auch einen Hungerstreik durch. Egal wie sehr wir gegen die R\u00e4umung protestierten, wir wurden gewaltsam vertrieben. Ein oder zwei Jahren sp\u00e4ter begann das US-Milit\u00e4r mit Schie\u00df\u00fcbungen, und die D\u00f6rfer Maja und Nishizaki litten unter diesen \u00dcbungen.<\/p>\n<p>Meine Botschaft an die jungen Leute<\/p>\n<p>\u3000Die Geschichte von Ie-Jima w\u00e4hrend und nach dem Krieg ist voller Wunden. Die Inselbewohner haben eine schmerzvolle und vernarbte Geschichte hinter sich. Wir k\u00f6nnen nicht \u00fcber die Nachkriegsgeschichte von Ie-jima reden, ohne die Probleme mit dem US-St\u00fctzpunkt auf der Insel zu erw\u00e4hnen. Es ist unm\u00f6glich \u00fcber die Geschichte von Ie-jima zu reden, ohne den LCT-Unfall zu erw\u00e4hnen. Es ist unm\u00f6glich \u00fcber die Geschichte von Ie-jima zu reden, ohne \u00fcber Leiden in den Fl\u00fcchtlingslagern zu sprechen. Das sind alles Erfahrungen wie aus der H\u00f6lle auf Erden. Wenn wir auf die Geschichte dieser Insel zur\u00fcckblicken, m\u00f6chte ich, dass die junge Generation und die kommenden Generationen die wahren Ereignisse von Ie-jima, dass ihnen die Geschichte ausf\u00fchrlich vermittelt wird. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcnsche ich mir, dass sie sich anstrengen, neue Methoden und Wege zu finden, auf dieser abgelegen Insel zu leben.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u3000Herr Seitoku Shimabukro arbeitete f\u00fcr die Gemeindeverwaltung von Ie-jima und war von<br \/>\n1989 bis 2005 f\u00fcr 16 Jahre als B\u00fcrgermeister t\u00e4tig.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ie-Jima vor der Versch\u00e4rfung des Krieges \u3000W\u00e4hrend der Schlacht von Okinawa war ich sieben Jahre alt\u3000und in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-148","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-archive"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=148"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":861,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/148\/revisions\/861"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}