{"id":152,"date":"2022-01-28T15:17:20","date_gmt":"2022-01-28T06:17:20","guid":{"rendered":"http:\/\/peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/?p=152"},"modified":"2022-05-11T11:50:39","modified_gmt":"2022-05-11T02:50:39","slug":"%e5%85%ab%e9%87%8d%e5%b1%b1%e3%81%ae%e5%a4%a7%e5%9c%b0%e3%82%92%e5%88%87%e3%82%8a%e6%8b%93%e3%81%84%e3%81%9f%e5%8f%b0%e6%b9%be%e7%b3%bb%e7%a7%bb%e4%bd%8f%e8%80%85%e3%81%ae%e8%8b%a6%e9%9b%a3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/archive\/152\/","title":{"rendered":"Kultivierung der Yaeyama Inseln, das Schicksal der taiwanischen Pioniere"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>Einwanderung aus Taiwan mit der Familie<\/p>\n<p>\u3000Ich wurde in Ohara auf der Insel Irimote geboren. Aufgewachsen bin ich in Takeda auf Ishigaki-jima, wo ich heute noch lebe. Mein Vater, Ryo Kenpuku (Chien-Fu Liao), wanderte 1937 von Taichung, Taiwan nach Ishigaki-jima aus. Er ging zuerst allein nach Ishigaki, aber er stand sehr schnell auf seinen eigenen Beinen und lie\u00df seine Familie nachkommen. Als der Krieg begann, wurde die Familie nach Iriomote evakuiert und ich bin dort zur Welt gekommen. Gleich nach Kriegsende kehrte meine Familie nach Ishigaki zur\u00fcck und baute in Nagura, dort wo heute die Zuckerverarbeitungsfabrik ist, S\u00fc\u00dfkartoffeln an. Mein Vater sah die Lebensmittelknappheit nach dem Krieg voraus, steigerte schnell seinen Kartoffelertrag und verdiente so eine Menge Geld.<\/p>\n<p>Die Ananas Industrie auf Ishigaki-jima<\/p>\n<p>\u3000Mit diesem Geld begann er mit dem Anbau von Ananas und baute eine Ananaskonservenfabrik. In unserem Haus wohnten immer mehrere Arbeiter. Etwa 20 Leute sa\u00dfen an einem langen Tisch und a\u00dfen zusammen. Mein Vater hatte einen Grund, eine Ananaskonservenfabrik auf Ishigaki zu bauen. Im Jahr 1935 wurde eine Firma namens Daido Takushoku, mit taiwanesischen Geldern gr\u00fcndet. Der Verantwortliche der Firma, Herr Rin Patsu (Lin Fa), rekrutierte Arbeiter in Taiwan unter der Bedingung, dass sie in Ishigaki in der Landwirtschaft arbeiten w\u00fcrden. Die meisten dieser Leute konnten nicht lesen und schreiben, aber mein Vater hatte in Taiwan eine japanische Erziehung genossen. Das war ihm beim Bau der Ananasfabrik von gro\u00dfem Nutzen. Die Lebensumst\u00e4nde verbesserten sich schnell und er konnte seine Familie aus Taiwan nachholen. Er begann 1935 mit dem Anbau von Ananas und bereits 1938 konservierte er die ersten Fr\u00fcchte.<\/p>\n<p>Die Ananas Industrie in der Krise<\/p>\n<p>\u3000Im Jahr 1941 wurde die Ananasproduktion durch das japanische Milit\u00e4r verboten, weil sie als Luxusg\u00fcter eingestuft wurden. Es gab auch bald nicht mehr genug Metall f\u00fcr die Konserven und die Fabrik, die nun keine Dosen mehr liefern konnte, wurde von der kaiserlichen Armee als Kaserne genutzt. Die taiwanischen Immigranten begannen deshalb mit dem Anbau von Bananen, Erdn\u00fcssen und Tee. Weil die taiwanischen Leiter der Landwirtschaft ihren Ananas Anbau auf keinen Fall aufgeben wollten, sollen sie Setzlinge der verbotenen Frucht in den Bergen versteckt haben, damit sie nicht verloren gingen.<br \/>\n\u3000Der Grund, warum mein Vater nach dem Krieg aus Iriomote nach Ishigaki zur\u00fcckging, war die Absicht Ananas anzupflanzen. Bereits vor seiner Evakuierung nach Iriomote, war mein Vater beauftragt worden, den Boden in Iriomote f\u00fcr die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern und vorzubereiten. Zu diesem Zweck reiste er mit drei Wasserb\u00fcffeln durch Iriomote. Einen der B\u00fcffel wollte er nach dem Krieg unbedingt mit zur\u00fcck nach Ishigaki bringen und tauschte die zwei anderen mit einem Reeder f\u00fcr die Schiffspassage ein. Er benutze diesen Wasserb\u00fcffel, um in Nagura mit dem S\u00fc\u00dfkartoffelanbau zu beginnen. \u00a0<\/p>\n<p>Die Vertreibung der Taiwaner<\/p>\n<p>\u3000Es war 1935 als die ersten Wasserb\u00fcffel aus Taiwan eingef\u00fchrt wurden. Mein Vater erz\u00e4hlte uns,<br \/>\ndass die Einwohner von Ishigaki bef\u00fcrchteten, dass die Taiwaner mit ihrer Wasserb\u00fcffel-Landwirtschaft alles Ackerland der Insel \u00fcbernehmen w\u00fcrden. 1937 begann der Boykott der Wasserb\u00fcffel. Aus Taiwan mitgebrachte Wasserb\u00fcffel durften nicht mehr an Land gebracht werden, mit der Begr\u00fcndung, dass sie keine Quarant\u00e4ne durchlaufen h\u00e4tten. Die Wasserb\u00fcffel und die Ananasfelder standen in der Kritik und es entstand eine Bewegung die Taiwaner zu vertreiben.<br \/>\n\u3000Als Japan 1945 besiegt worden war, wurden die Taiwanesischen Bewohner staatenlos und als Ausl\u00e4nder behandelt. Vor diesem politischen Hintergrund beschloss die Regierung der Yaeyama Inseln Ma\u00dfnahmen, um die Taiwaner von ihrem fruchtbaren Land, welches sich so gut f\u00fcr die Landwirtschaft eignete zu vertreiben. Sie sollten in ein Gebiet umgesiedelt werden, in dem die Malaria grassierte. Mein Vater \u00fcbernahm die Leitung bei der Umsetzung der Ma\u00dfnahmen und der Umsiedlung. Er tat es, obwohl er und seine Familie, die zuvor als Japaner gelebt hatten, nun durch die Niederlage Japans im Krieg zu Ausl\u00e4ndern geworden und ihre Staatsb\u00fcrgerschaft und ihr Wahlrecht verloren hatten. Wenn sie wie zuvor, weiter als P\u00e4chter auf dem Land arbeiten w\u00fcrden, h\u00e4tten sie auch in Zukunft keine Staatsb\u00fcrgerschaft und keinen eigenen Besitz. Wenn sie aber das Land in Takeda, das der Stadt Ishigaki geh\u00f6rte, pachten und kaufen k\u00f6nnten, w\u00fcrde das Land ihr eigenes Verm\u00f6gen werden. Da er das f\u00fcr das Beste hielt, setzte mein Vater die Dinge in Bewegung, ergriff die Initiative, den Taiwanern die Situation zu erkl\u00e4ren und Leute zu finden, die nach Takeda umziehen wollten.<\/p>\n<p>Siegeszug gegen die Malaria<\/p>\n<p>\u3000Ich habe so gut wie nicht geh\u00f6rt, dass ein einziger Taiwaner an Malaria gestorben ist. Es ist traurige Geschichte, dass viele Einwohner von Ishigaki w\u00e4hrend des Krieges f\u00fcr mehrere Monate an Orte in der N\u00e4he von Takeda, wie zum Beispiel nach Shiramizu evakuiert wurden. Dort starben viele von ihnen an Malaria. Aber kein Taiwaner ist daran gestorben. Ich denke, es lag an der unterschiedlichen Ern\u00e4hrung. Die Taiwaner waren gut darin, sich mit Eiwei\u00df zu versorgen. Neben der Landwirtschaft z\u00fcchteten Schweine und H\u00fchner und nutzten sie als Eiwei\u00dfquelle. Sie fingen auch Aale und Weichschildkr\u00f6ten in den Fl\u00fcssen und stellten Fallen f\u00fcr Wildschweine auf. Die Insel bot damals reichlich von diesen Eiwei\u00dfquellen, aber die einheimischen Bewohner nutzten sie nicht wirklich. Ich glaube in der verschiedenen Esskultur, lag der Unterschied in der Resistenz der Taiwaner gegen die Malaria begr\u00fcndet.<br \/>\n\u3000Meine Familie bewirtschaftete eine Ananasplantage und eine Konservenfabrik und es lebten immer eine Menge Arbeiter bei uns. Die Arbeiter aus Ishigaki und Miyako erkrankten h\u00e4ufig an Malaria. Die Beh\u00f6rden propagierten eine Menge Ma\u00dfnahmen zur\u00a0 Ausrottung der Malaria. Bis zum Ende meiner Grundschulzeit, wurden mithilfe der Vereinigten Staaten, Projekte zur Ausrottung der Krankheit in durchgef\u00fchrt. Medikamente wurden verteilt, das Pestizid DDT verspr\u00fcht und die Fl\u00fcsse, aus denen die Moskitos kamen, sterilisiert. An Orten mit Malariapatienten wurden rote Fahnen gehisst, um die Menschen darauf hinzuweisen, dass es dort Erkrankte gab. Diese rote Malariaflagge wurde oft auf unserem Haus gehisst. Nach einer gewissen Zeit brachen die Erkrankten in Sch\u00fcttelfrost aus. Damals starb aber niemand mehr an Malaria, aber Menschen, die aus anderen Orten in das betroffene Gebiet kamen, waren anf\u00e4lliger.<\/p>\n<p>Aufschwung nach dem Krieg und die Kolonisten<\/p>\n<p>\u3000Die Landkultivierung in Nagura durch die Taiwaner begann im Jahr 1935. Es waren die Taiwaner, die die Reisfelder anlegten und die D\u00e4mme in der Nachbarschaft bauten. Obwohl sie 10 Jahre zusammen geschuftet hatten, um das Land f\u00fcr die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern, mussten sie, weil sie ausgesiedelt wurden, 1944 zur\u00fcck nach Taiwan. Sie lie\u00dfen das Land, das sie fast 10 Jahre kultiviert hatten in Nagura zur\u00fcck und gingen nach Taiwan zur\u00fcck.<br \/>\n\u3000Nach dem Krieg konnten sie nicht zur\u00fcckkommen und auf die leeren Felder von Nagura zogen Immigranten aus Japan. Die Taiwaner hatten in Nagura gutes Ackerland kultiviert und hinterlassen, und die Immigranten lie\u00dfen sich dort gerne nieder, weil es gewinnbringende Ananas- und Zuckerrohrplantagen gab. Die meisten Migranten kamen aus Miyako-jima, gefolgt von Umsiedlern aus Okinawa und verschiedenen anderen Orten wie Yonaguni. In den Schulen war es genauso, gef\u00fchlt kamen jeden Tag neue Sch\u00fcler an unsere Grundschule. Einige von ihnen blieben bis zum Abschluss, aber viele verlie\u00dfen uns auch wieder. Leute kamen mit ihren Familien nach Nagura, errichteten H\u00fctten und versuchten Arbeit zu finden. Letztendlich zogen sie weiter, weil ihnen die Arbeit oder die Lebensumst\u00e4nde nicht passten. In diesen Tagen sollen auch Kinder angeblich nach Itoman verkauft worden sein.<br \/>\n\u3000Die Grundschule, die nach Kriegsende in Takeda, Nagura gr\u00fcndet wurde, wuchs in f\u00fcnf bis sechs Jahren auf 300 Sch\u00fcler an. Es gab nicht ann\u00e4hernd genug Schulb\u00fccher oder Klassenr\u00e4ume. Deshalb versammelten sich ein- oder zweimal im Jahr die Eltern, um neue Geb\u00e4ude f\u00fcr die Schule zu bauen und Brunnen zu graben. In den letzten Jahren meiner Grundschulzeit und w\u00e4hrend der Mittelschule bewirtschaftete die Schule eine gro\u00dfe Farm. Wir arbeiteten jede Woche f\u00fcr mehrere Stunden auf dem Zuckerrohrfeld. Wir arbeiteten hart und bauten Zuckerrohr an, um f\u00fcr die Schule ein Klavier zu kaufen.<br \/>\n\u3000Ende der 40er bis in die 50er Jahrezogen viele Umsiedler in den Norden und Osten von Ishigaki-jima. Diese Leute wollten Ananas anbauen, aber sie hatten kein Geld f\u00fcr Setzlinge. Mein Vater hatte seinen Ananasertrag gesteigert und besa\u00df zu dieser Zeit viele Setzlinge. Als Sch\u00fcler der Junior High School verbrachte ich in den Sommerferien\u00a0die Zeit nicht mit meinen Freunden, sondern z\u00e4hlte jeden Tag, von morgens bis abends, Setzlinge und verteilte sie an die Bauern. Mein Vater verlieh Setzlinge an Leute, die kein Geld hatten und wenn er nach der Ernte Setzlinge zur\u00fcckbekam, verlieh er sie an den n\u00e4chsten Bauer. Auf diese Art kam allerdings kein Bargeld in unser Haus. 1950 schlossen sich vier Ananas-Konservenfabriken zusammen, darunter die von Mr. Fa Lin und unsere eigene. Sie gr\u00fcndeten eine gro\u00dfe Firma namens \u201eRyukyu Canned Foods\u201c. Mit diesem Plan im Hinterkopf lie\u00df mein Vater die Leute Ananas anbauen und versprach die ganze Ernte aufzukaufen. Mein Vater war der Fabrikleiter der Firma und pflanzte selber Ananas an. Er baute eine 250-Quadratmeter gro\u00dfe Villa, die damals 1,2 Millionen Yen in Form von Typ-B-Milit\u00e4r-Yen kostete. Er plante, das Haus mit dem Geld aus dem Ananasanbau zu bezahlen, aber die Fabriken konnten den unerwartet gestiegenen Ertrag an Ananas nicht verarbeiten, und viele der Fr\u00fcchte verrotteten. Von seinem Standpunkt als Fabrikleiter aus konnte mein Vater nicht zuerst seine eigenen Ananas kaufen. Er lie\u00df seine eigenen Ananas verrotten und warf sie alle weg. Da er weder mit den Setzlingen noch mit den Ananas Geld verdiente, trieb es unsere Familie letztendlich in den schnellen Bankrott.\u00a0<\/p>\n<p>Zeit als Staatenlose Person<\/p>\n<p>\u3000In Sachen Staatsb\u00fcrgerschaft wurde uns \u00fcbel mitgespielt. Mein Vater kam vor dem Krieg als Japaner nach Ishigaki. Dann wurde Japan besiegt. Nach dem Krieg wurde er Ausl\u00e4nder und verlor seine Staatsb\u00fcrgerschaft. Danach mussten wir immer unsere Aufenthaltsgenehmigungskarten bei uns tragen.<br \/>\n\u3000Ich kam zur Oberschule und schon im ersten Jahr wurde ich mehrere Male ausgew\u00e4hlt, unseren Landwirtschaftsklub au\u00dferhalb der Pr\u00e4fektur zu vertreten. Da ich keinen Reisepass besa\u00df, wurde ich letzten Endes nie geschickt. Ich bin in Yaeyama geboren und war von Geburt an Japaner, aber das Inkrafttreten des Vertrages von San Francisco machte mich zum Nicht-Japaner. Obwohl ich die Oberschule f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft abgeschlossen hatte, arbeite ich nur auf dem Feld, da der Besitz meines Vaters gepf\u00e4ndet worden war. Ich besa\u00df keine japanische Staatsb\u00fcrgerschaft, konnte deshalb keine staatlichen F\u00f6rdergelder beantragen und keine Kredite aufnehmen. Dann war da noch die Sache mit dem Heiraten. Ich machte mir gro\u00dfe Sorgen, dass wenn ich eine Japanerin heiratete, jedes geborene Kind am Ende unehelich sein w\u00fcrde.<br \/>\n\u3000Mein Vater hatte vor dem Krieg eine japanische Erziehung genossen und war sehr Pro-Japanisch eingestellt. Wir Kinder sollte nicht zur\u00fcck nach Taiwan m\u00fcssen, Deshalb war es seine oberste Priorit\u00e4t uns so schnell wie m\u00f6glich einzub\u00fcrgern. Es gab eine Zweigstelle des Justizministeriums in Naha. Mein Vater stritt mit ihnen hin und her wegen der Einb\u00fcrgerungsdokumente, aber erst in meinem zweiten Jahr an der Oberschule wurden sie akzeptiert. Es waren nur f\u00fcnf Familien, die einen Antrag auf Einb\u00fcrgerung stellten. Uns wurde gesagt, dass wir, wenn wir eingeb\u00fcrgert werden wollten, eine Bescheinigung aus Taiwan bekommen m\u00fcssten, die beweist, dass wir unsere Staatsb\u00fcrgerschaft aufgegeben hatten. Aber da wir in Yaeyama geboren worden waren, hatten wir kein Familienregister in Taiwan Mein Vater betonte immer wieder: \u201eWir sind vor dem Krieg als Japaner nach Japan gekommen, dann hat Japan verloren und unsere Staatsb\u00fcrgerschaft hat sich in Luft aufgel\u00f6st. Also nehmen sie diesen Antrag an, als ob wir staatenlos w\u00e4ren\u201c, und unser Antrag auf Einb\u00fcrgerung wurde angenommen.<br \/>\n\u3000Mein Vater sagte zu uns: \u201eIch habe keine lange Zeit mehr vor mir, deshalb lasse ich mich nicht einb\u00fcrgern, aber ihr m\u00fcsst euch einb\u00fcrgern lassen\u201c. Er trug meinen \u00e4ltesten Bruder als Familienoberhaupt ein und reichte den Antrag auf Einb\u00fcrgerung ein. Er stellte Antr\u00e4ge f\u00fcr alle, aber die Einb\u00fcrgerungsantr\u00e4ge f\u00fcr mich, meine j\u00fcngere Schwester und meine drei j\u00fcngeren Br\u00fcder wurden abgelehnt. W\u00e4re mein Vater als Familienoberhaupt eingetragen gewesen, h\u00e4tten sich alle Kinder einb\u00fcrgern lassen k\u00f6nnen, aber wir Minderj\u00e4hrigen konnten nicht eingeb\u00fcrgert werden, weil mein Bruder das Familienoberhaupt war. Als ich 20 wurde, beantragte ich sofort die Einb\u00fcrgerung und erhielt sie innerhalb eines Jahres. Mein Kind wurde im September desselben Jahres geboren, aber meine Einb\u00fcrgerung wurde im Juli kurz davor anerkannt. Wenn meine Einb\u00fcrgerung nicht anerkannt worden w\u00e4re, w\u00e4re mein Kind unehelich geboren worden.<\/p>\n<p>Die Nachkriegszeit aus der Sicht eines Taiwanischen Kolonisten<\/p>\n<p>\u3000Es gab eine Vielfalt an Problemen. Es hie\u00df, die Japaner seien B\u00fcrger erster Klasse, die Okinawaner zweiter Klasse und die Taiwaner dritter Klasse. Wir haben uns vor, w\u00e4hrend und nach dem Krieg \u00fcberm\u00e4\u00dfig angestrengt. Die Taiwaner brachten die Ananasindustrie nach Japan, aber sowohl die Ananasindustrie als auch die Wasserb\u00fcffel wurden irgendwann boykottiert. In diesen Tagen war nichts Gutes daran,\u00a0als Taiwaner zu leben. Trotzdem lieben wir diese Insel und leben hier. Diese Insel bot\u00a0 uns befriedigende Arbeit, sie ist alle M\u00fchen wert und wir legten den Grundstein f\u00fcr unseren Erfolg hier. Wir hatten mehr Entbehrungen zu ertragen, als die Einheimischen, aber ich bin sehr froh und dankbar, dass es eine Belohnung f\u00fcr unsere M\u00fchen gab.\u00a0<\/p>\n<p>Meine Botschaft an die jungen Leute<\/p>\n<p>\u3000Nach dem Krieg bauten wir in Takeda Ananas an und sogar Mangos. Wenn wir die vielen Fr\u00fcchte Taiwans auf der Insel Ishigaki-jima anpflanzen, k\u00f6nnen wir hier ein Obstbaum Paradies schaffen. Darum ist das Land in Yaeyama eine so wichtige Ressource. Ich finde, dass die heutige Regierung<br \/>\ndie Landwirtschaft nicht gen\u00fcgend w\u00fcrdigt. In der heutigen Gesellschaft scheinen die Menschen den Frieden durch Abschreckung bewahren zu wollen. Aber ich glaube, dass es zur Erhaltung des Friedens wichtiger ist, mit den Menschen auszukommen, als sie zu bedrohen. Was die Welt jetzt braucht, ist ein Zeitalter in dem mehr geteilt und weniger gek\u00e4mpft wird. Warum nutzen wir also statt der Abschreckung nicht die friedliche Diplomatie, um die Welt zu einem ruhigeren Ort zu machen. Das ist es, was ich mir von jungen Menschen w\u00fcnsche, dass sie das verstehen.\u3000\u3000\u3000\u3000\u3000\u3000<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u3000Herr Schimadas Vater Ryo Kenpuku, wanderte in der Vorkriegszeit aus Taichung in Taiwan nach Yaeyama aus und errichtet die Basis f\u00fcr die Ananasindustrie. Als Abk\u00f6mmling taiwanischer Einwanderer, in Ishigaki-jima geboren, konnte Herr Shimada nach einer Zeit der Staatenlosigkeit die japanische Staatsb\u00fcrgerschaft erhalten. Seitdem hat Herr Shimada durch seine Verbindung nach Taiwan, fortschrittliche Anbautechniken auf die Yaeyama Inseln gebracht und widmete sich der Kultivierung des Obstanbaus.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einwanderung aus Taiwan mit der Familie \u3000Ich wurde in Ohara auf der Insel Irimote geboren. 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