{"id":166,"date":"2022-01-28T15:26:07","date_gmt":"2022-01-28T06:26:07","guid":{"rendered":"http:\/\/peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/?p=166"},"modified":"2022-04-12T13:21:29","modified_gmt":"2022-04-12T04:21:29","slug":"%e6%b2%96%e7%b8%84%e6%84%9b%e6%a5%bd%e5%9c%92%e3%80%80%e5%85%89%e3%81%a8%e5%bd%b1%e3%82%92%e8%aa%9e%e3%82%8a%e7%b6%99%e3%81%90","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/archive\/166\/","title":{"rendered":"Okinawa Airakuen, eine Geschichte von Licht und Schatten"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>Kume-jima w\u00e4hrend des Krieges und mein Leben<\/p>\n<p>\u3000Ich wurde 1939 auf der Insel Kume-jima geboren. Unsere Familie bestand aus meinen Eltern und sieben Geschwistern. Ich war das mittlere Kind und der einzige Sohn. Meine Eltern waren in der Landwirtschaft t\u00e4tig. Sie bauten haupts\u00e4chlich Reis an. In jenen Tagen wurde in jedem Haushalt Schweine gehalten, deshalb bauten sie f\u00fcr das Schweinefutter auch S\u00fc\u00dfkartoffeln an. Es gab einen Beobachtungsposten der japanischen Armee in Uegusukudake und mein Dorf lag in der N\u00e4he dieses St\u00fctzpunktes. Eines Tages gab es besonders heftigen Beschuss durch die US- Artillerie und der Beobachtungsposten wurde angegriffen. Meine Schwester trug mich auf dem R\u00fccken und wir flohen in Richtung K\u00fcste. Der L\u00e4rm der Bombenangriffe war so laut, als ob man selbst eine Bombe auf den Kopf bekommen h\u00e4tte. Das ist mir im Ged\u00e4chtnis geblieben. Ich habe aber kaum Erinnerungen an die Zeit des Kriegsendes. Ich erinnere mich, dass bei mir die Hansen-Krankheit diagnostiziert wurde und ich die meiste Zeit in einem Hinterzimmer verbrachte. Damals wusste ich noch nicht, was die Hansen-Krankheit ist, aber ich f\u00fchlte, dass ich irgendwie anders war. Meine Eltern sagten nicht, ich soll im Hinterzimmer bleiben oder mich verstecken, wenn andere Leute kommen, aber von klein an hatte ich mir angew\u00f6hnt, mich sofort im Hinterzimmer zu verstecken, wenn ich das Gef\u00fchl hatte, dass andere Leute zu unserem Haus kommen.<\/p>\n<p>Behandlungsmethoden der Hansen-Krankheit zu Kriegszeiten<\/p>\n<p>\u3000Zu dieser Zeit gab es noch keine etablierte Behandlung f\u00fcr die Hansen-Krankheit. Mein Vater nahm mich viele Male zu einem Yaboo, einem Heilpraktiker mit. Wir gingen wirklich oft zu ihm. Mir wurde dort Moxa-Therapie verabreicht. Es hie\u00df die Hansen-Krankheit wurde von schlechtem Blut verursacht und er benutze ein spezielle, in Okinawa, Booboo genannte Heilmethode. In ein Gef\u00e4\u00df aus Bambusrohr wurde etwas Awamori (Reisschnaps) gef\u00fcllt und angez\u00fcndet, was die Luft aus dem Bambus zog. Dann wurde es auf meine Schulter oder auf andere Stellen gesetzt, um das Blut anzusaugen. Wenn sich ein runder Bluterguss gebildet hatte, schnitt er ihn mit einer Rasierklinge auf. Erneut wurde Awamori im Bambusgef\u00e4\u00df angez\u00fcndet und dazu benutz das Blut aus dem Bluterguss zu saugen. So sahen die traditionellen Heilpraktiken f\u00fcr die Hansen-Krankheit aus. Meine Mutter lernte, wie man Booboo und Moxa-Therapie ausf\u00fchrte und behandelte mich zu Hause mit Booboo. Ich erinnere mich, dass es sehr schmerzhaft gewesen war, weil mit der Rasierklinge immer wieder die alten Wunden ge\u00f6ffnet wurden.<\/p>\n<p>Abschied von der Famile, Umzug in den Okinawa Airakuen<\/p>\n<p>\u3000Ich verlies Kume-jima am 23. Dezember 1948. Mein Vater weckte mich auf w\u00e4hrend meine Familie noch schlief, legte mir ein Tuch \u00fcber den Kopf und setzte mir einen Strohhut auf. Mein Vater wickelte ebenfalls ein Tuch um und setzte seinen Strohhut auf. Noch vor der Morgend\u00e4mmerung verlie\u00dfen wir das Haus. Mein Vater setzte mich auf sein Lieblingspferd und nahm die Z\u00fcgel in die Hand. Wir waren auf der Hauptstra\u00dfe des Dorfes unterwegs, aber als der Morgen anbrach wechselten wir auf schmale Wald- und Feldwege. Ich dachte bei mir, das wir die T\u00fccher und Stroh\u00fcte nicht trugen weil es kalt war, sondern um uns vor den Augen der anderen Leute zu verbergen.<br \/>\n\u3000Auf diese Weise erreichten wir den Hafen von Hanasaki, in der N\u00e4he wo heute die Kume-jima High School ist Das war damals noch nicht ein so gut ausgebauter Hafen wie heutzutage. Auf dem H\u00fcgel am Hafen, warteten bereits 27 Patienten mit der Hansen-Krankheit. Dort befand sich in der Nachkriegszeit das \u201eSammellager f\u00fcr die Patienten von Kume-jima\u201c Wir stiegen den H\u00fcgel herab und unten wartete bereits ein Sabani. (traditionelles Holzboot) Wir bestiegen das Sabani und setzten zu einem LST (Panzerlandungsschiff der US-Armee), \u00fcber, das etwas entfernt ankerte. Die \u00dcberfahrt dauerte einen ganzen Tag und am 24. Dezember erreichten wir den Okinawa Airakuen.Im Airakuen wurden wir von einer gro\u00dfen Anzahl von Leuten begr\u00fc\u00dft. In meinem Elternhaus in Kume-jima hatte ich im Hinterzimmer gelebt und mich vor den Augen der Menschen versteckt. Ich erinnere mich, dass ich, als ich die Pier hinabstieg und die vielen Kinder und Bewohner sah \u00fcbergl\u00fccklich war, dass ich jetzt hier mit ihnen zusammen leben konnte.<\/p>\n<p>Wohnheim und Schulleben im Airakuen<\/p>\n<p>\u3000Es gab dort im Airakuen das Jungen- und M\u00e4dchenwohnheim, eine vom US-Milit\u00e4r bereitgestellte Quonset-Baracke, in das ich einzog. Zur Zeit meiner Ankunft wohnten dort etwa 30 Kinder. Die Decke war im Halbkreis gebogen und in der Mitte war die Baracke unterteilt in den Bereich f\u00fcr Jungen und M\u00e4dchen. Jungen und M\u00e4dchen wohnte hier unter einem Dach zusammen. Es gab Wohnheimeltern, die als Ersatz f\u00fcr unsere richtigen Eltern aus den Insassen ausgew\u00e4hlt wurden. An den L\u00e4ngsseiten der Baracke waren Feldbetten der amerikanischen Armee aufgereiht. Die Betten waren mit Stoff bespannt, wir schnitten die Bespannung auf und ersetzten sie mit Sperrholzplatten, auf die wir unsere Habseligkeiten legten. Zur Schlafenszeit haben wir unsere Futons und Decken darauf ausgebreitet.<br \/>\n\u3000In der Mitte der Barracke gab es einen Gemeinschaftsraum, hier waren lange Tische aufgereiht und die Jungen und M\u00e4dchen a\u00dfen gemeinsam ihre Mahlzeiten. Der Reis damals war nicht so lecker wie heutzutage. Er war aus Amerika importiert und sehr hart. In den Rationen, die von den Amerikanern verteilt wurde, war immer sehr viel Mehl und wir kochten oft Mehlkl\u00f6\u00dfchensuppe. Es gab auch Gem\u00fcsesuppe. Das Gem\u00fcse daf\u00fcr wurde von den Insassen mit nur leichten Symptomen angebaut. Alle haben die Suppen aus dem angebauten Gem\u00fcse gegessen. Von den Soldaten der US-Armee erhielten wir jede Menge gebrauchte Kleidung, Spielsachen und S\u00fc\u00dfigkeiten. Die meisten Anziehsachen waren zu gro\u00df f\u00fcr uns, aber wir trugen sie entweder so wie sie waren oder n\u00e4hten sie um.<br \/>\n\u3000Ich erinnere mich nicht daran, dass ich in Kume-jima zur Schule gegangen bin. Als im Airakuen eintraf, war ich 9 Jahre alt und in der 3. Klasse der Grundschule. Im Airakuen gab es die Airaku Gakuen Schule in die ich von der 3 Klasse der Grundschule bis zur Junior High School ging. Im Sanatorium waren viele Kinder in den unterschiedlichsten Altersstufen, die wie ich, wegen ihrer Erkrankung nicht zur Schule gegangen waren. Darum gab es keine Unterscheidung zwischen den Klassenstufen und sowohl \u00e4ltere als auch j\u00fcngere Sch\u00fcler waren in derselben Klasse. Wir lernten mit alten Schulb\u00fcchern, die an Schulen au\u00dferhalb des Airakuen benutzt worden waren. Es gab auch Lehrb\u00fccher, die von der Gemeindeversammlung des Airakuen selbst vervielf\u00e4ltigt waren. Das Sanatorium war ein Ort, an dem vor allem Volleyball und Baseball bei den Kindern und Erwachsen sehr beliebt war. Ich spielte immer als Catcher beim Baseball. Ich denke die Schulen ausserhalb des Sanatoriums spielten auch gegeneinander, aber unsere Schule hatte keinerlei Austausch mit Schulen von au\u00dferhalb. Wir bildeten unsere eigenen Teams und traten gegeneinander an. Zu Ende der Grundschulzeit spielten wir auch gegen die Erwachsenenteams im Airakuen. Im Airakuen waren viele Kinder und ich f\u00fchlte mich eigentlich nicht einsam.<br \/>\n\u3000An der K\u00fcste des Airakuen, gab es verstreute Felsen, die wir \u201eden Wald\u201c nannten. Wenn es Abend wurde, setzte ich mich dort unter einen Adanbaum und sah mir die Lichter der Busse, die von Nago nach Kunigami fuhren an. Wie sie zwischen den Felsen heraus leuchteten und wieder erloschen. Ich sa\u00df dort am Ufer dachte an meine Familie, wann ich hier entlassen und wieder zu ihr zur\u00fcck gehen kann. Manchmal weinte ich auch alleine.<\/p>\n<p>Arbeit und Heirat, Leben nach dem Sanatorium<\/p>\n<p>\u3000Es war 1956, als ich das Sanatorium Airakuen verlie\u00df. Ich ging zur\u00fcck nach Kume-jima, um meinem Vater bei der Farmarbeit zu helfen. Obwohl ich weitestgehend von der Hansen-Krankheit geheilt war, litt ich unter Nachwirkungen. In verschiedenen Teilen meines K\u00f6rpers schwollen immer wieder die Nerven an. Wenn ich z.B. bei der Feldarbeit mit der Hacke Erde auflockerte und dabei Erdklumpen auf meine F\u00fc\u00dfe fielen, l\u00e4hmte das die Nerven meiner F\u00fc\u00dfe. Weil von au\u00dfen nichts zu sehen war, hatten meine Eltern keine Vorstellung davon, welche Schmerzen ich aushalten musste.<br \/>\n\u3000Ich f\u00fchlte, dass wenn ich so weiter machen w\u00fcrde, mein K\u00f6rper das nicht lange durchstehen wird. Ich dachte mir, es ist eine gute Idee den F\u00fchrerschein zu machen. Als ich mit meinem Vater dar\u00fcber sprach, lehnte er es mit der Begr\u00fcndung ab, dass es zu gef\u00e4hrlich sei. Inzwischen ist er leider gestorben, aber als ich im Airakuen war, gab es jemanden, der mich dort wie seinen eigenen Sohn behandelt hatte. Dieser Bekannte kam nach Kume-jima und half mir meinen Vater zu \u00fcberzeugen. Er stimmte schlie\u00dflich zu und gab sein Einverst\u00e4ndnis. In Naha gab es einen \u201eVerein zur Lepravorsorge\u201c, heute hei\u00dft er die \u201eOkinwa Yuuna Vereinigung\u201c wo ich \u00fcbernachten konnte. Von dort ging ich zur Fahrschule und erwarb meinen F\u00fchrerschein. Da mein Onkel ein Spirituosengesch\u00e4ft in Naha besa\u00df, arbeitete ich als Fahrer in seinem Gesch\u00e4ft. Danach arbeitete ich auch als Taxifahrer und fuhr eine Zwei-Tonner bei einem Obst- und Gem\u00fcsegro\u00dfh\u00e4ndler. Ich lud die Waren aus Japan im Hafen auf und fuhr zwei- dreimal zu unserem Lager hin und her. Zusammen mit einem Verk\u00e4ufer fuhren wir von Naha in die anderen Gegenden von Okinawa.<br \/>\n\u3000W\u00e4hrend meiner Zeit im Spirituosengesch\u00e4ft meines Onkels, lieferte ich auch manchmal nach Kunigami aus, wo ich \u00fcbernachtete, bevor ich wieder nach Naha zur\u00fcckfuhr. Dort habe ich mich in ein M\u00e4dchen verliebt und geheiratet. Vor der Heirat hatte ich lange \u00fcberlegt, wie ich ihr meine Vergangenheit beibringen k\u00f6nnte. Als ich mich schliesslich \u00fcberwunden hatte und ihr alles erz\u00e4hlte, nahm sie es \u00fcberraschend einfach auf. Sie erz\u00e4hlte mir, das sie vom Airakuen wusste und sogar einmal daran gedacht hatte, dort zu arbeiten. Als ich das h\u00f6rte, war ich sehr erleichtert.<\/p>\n<p>Die Leiden des Airakuen und sein Wiederaufbau<\/p>\n<p>\u3000Als im Jahr 1944 die Wahrscheinlichkeit eines Bodenkrieges in Okinawa immer gr\u00f6\u00dfer wurde, wurde die 32. Armee in Okinawa gebildet. 100.000 Soldaten wurden aus Japan nach Okinawa versetzt. Die japanische Armee nutzte Gemeindeh\u00e4user und Schulen als Kasernen, als die nicht ausreichten wurden auch Privath\u00e4user beschlagnahmt. Es wurde gesagt, dass es in Okinawa seit Vorkriegszeiten ein h\u00e4ufiges Auftreten der Hansen-Krankheit gab und in den Hinterzimmern der H\u00e4user Lepra-Patienten lebten. Die japanische Armee hatte davon Kenntnis. Heutzutage sagt man nur noch Hansen-Krankheit, damals wurde aber nur von Lepra gesprochen. Sollte sich ein Soldat mit Lepra anstecken, dann w\u00fcrde das seine Kraft schw\u00e4chen, deshalb waren die japanischen Soldaten \u00e4u\u00dferst misstrauisch im Umgang mit Leprakranken. Es gab den Befehl die Alten, Frauen, Kinder und Kranken von Okinawa auf das Festland zu evakuieren, weil sie bei der Verteidigung hinderlich seien und die Kriegsbetreibungen verlangsamen w\u00fcrden. Wurde aber bei jemanden die Hansen-Krankheit festgestellt, wurde dieser Patient umgehend von seinen Geschwistern und Eltern getrennt und vom japanischen Milit\u00e4r in den Airakuen deportiert. Die Leute die zum Airakuen deportiert wurden, mussten dort in der Haiyata H\u00f6hle, die als Luftschutzbunker diente, weitere Luftschutzr\u00e4ume ausgraben. Die meisten von der Hansen-Krankheit betroffenen, ich auch, haben keine Gef\u00fchle in ihren Gliedma\u00dfen und f\u00fchlen nichts, wenn wir etwas ber\u00fchren. Selbst wenn wir verletzt sind, bemerken wir die Verletzung erst, wenn wir das Blut sehen. Unter diesen Vorraussetzungen wurden die Deportierten gezwungen die Bunker zu graben oder Feldarbeit zu leisten.<br \/>\n\u3000Beim Luftangriff vom 10. Oktober 1944, durch das US-Milit\u00e4r verbrannten fast alle Geb\u00e4ude im Airakuen und wurden v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Warum die Amerikaner den Airakuen bombardiert haben? Auf der amerikanischen Karte vom Nordteil Okinawas war der Airakuen als \u201eKaserne\u201c eingetragen. Seine Barracken wurden mit einer Kaserne verwechselt. Darum wurde er als japanische Milit\u00e4rkaserne eingetragen. Das erkl\u00e4rt, warum die US-Bomber irrt\u00fcmlicherweise den Airakuen angriffen. Nach eigener Angabe war die Anlage urspr\u00fcnglich f\u00fcr 450 Leute vorgesehen, aber die Japaner hatten das Doppelte, bis zu 900 Leute eingewiesen. Sie waren alle in dem rund 300 Quadratkilometer gro\u00dfem Gel\u00e4nde eingepfercht. Im April des folgenden Jahres 1945, landeten die US-Streitkr\u00e4fte auf Yagaji und erfuhren zum ersten Mal von der Existenz des Lepra-Sanatoriums Airakuen. Es wurde daraufhin nicht mehr angegriffen. Trotzdem waren nach Kriegsende alle Geb\u00e4ude abgebrannt. Aus diesem Grund konnten die Insassen nicht die Bunker verlassen. Wenn es dunkel wurde, gingen die Insassen mit leichten Symptomen hinaus um Nahrung zu beschaffen. Diejenigen mit schwerem Krankheitsverlauf, konnten sich allerdings nicht daran beteiligen. Im Mai beginnt in Okinawa die Regenzeit und w\u00e4hrend dieser Jahreszeit wird die Haiyata H\u00f6hle immer wieder \u00fcberflutet. Die Schwerkranken starben dort sitzend an die Lehmw\u00e4nde gelehnt. Viele der Insassen starben an Hunger, Unterern\u00e4hrung und Malaria, ohne das sie von ihren Familien oder vom Personal versorgt wurden. Es wird gesagt, dass auf diese Weise im Laufe eines Jahres 288 Leute starben. Bei Ausbruch des Krieges floh das Personal und \u00fcberlie\u00df die Patienten sich selbst.<br \/>\n\u3000Auf diese Weise wurde das Sanatorium Airakuen im Krieg schwer besch\u00e4digt, aber die japanische Regierung beteiligte sich nicht am Wiederaufbau. Ab 1949 bis 1952 wurde das Sanatorium von dem amerikanischen Arzt Rolf von Scorebrand, der Leiter des Gesundheits- und Wohlfahrtsamtes der Zivilen US-Regierung der Ryukyu Inseln war, geleitet. Er war die erste Person, die sich um den Wiederaufbau des Airakuen k\u00fcmmerte. Er hatte ein Jahr lang, in einem Sanatorium auf Hawaii, Erfahrungen im Umgang mit der Hansen-Krankheit gesammelt. Als Arzt glaubte er an die Notwendigkeit der Behandlung der Hansen-Krankheit mit dem Medikament Promin. Der Gesundheit- und Allgemeinzustand der Insassen des Airakuen war aber zu schlecht, um eine Behandlung mit Promin durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Daraufhin bat er den US-Milit\u00e4rgouverneur von Okinawa Josef R. Sheetz um die Genehmigung, zus\u00e4tzliche Lebensmittelrationen zu erhalten. So wurde zuerst der Gesamtzustand der Insassen im Sanatorium gebessert und mit der Behandlung mit Promin begonnen. Die Geb\u00e4ude, die ich mit meinen Kinderaugen bei der Ankunft gesehen hatte, waren von den behandelten Insassen von der Planung bis zum Bau, aus gelieferten Holzmaterial, selber errichtet worden. Ohne die Bem\u00fchungen von Dr. Scorebrand h\u00e4tte es keinen Wiederaufbau des Sanatoriums Airakuen gegeben. Es waren die Insassen, die mit der Hilfe von Unterst\u00fctzern ihr Sanatorium selbst wieder aufgebaut haben. So wurde der heutige Airakuen errichtet. Ich m\u00f6chte sagen, dass das Land auf dem das Sanatorium Airakuen steht, von dem Blut und Schwei\u00df der Leute durchtr\u00e4nkt ist, denen hier im Rahmen des \u201eLepra Pr\u00e4ventionsgesetzes\u201c die Menschenrechte geraubt wurden. Ich bin von tiefstem Herzen mit \u00c4rger \u00fcber dieses Gesetz erf\u00fcllt. Die Wut dar\u00fcber staut sich in meinen Worten, dar\u00fcber m\u00f6chte ich reden. Zuallererst m\u00f6chte ich dar\u00fcber sprechen, wie wir im Rahmen dieses Gestzes im Lepra Sanatorium isoliert waren unter welchen Umst\u00e4nden wir gelebt und gelitten haben. Das m\u00f6chte ich vermitteln.<\/p>\n<p>Meine Botschaft an die jungen Leute<\/p>\n<p>\u3000Ich wurde F\u00fchrer im Airakuen und Mitglied des Erz\u00e4hlerklubs, weil ich durch meine Begegnung mit den Kindern des \u201eHIV Human Right Network Okinawas\u201c sp\u00fcrte, wie wichtig es ist, die W\u00e4rme des menschlichen Herzes zu sp\u00fcren. Die Geschichte der Menschenrechtsverletzungen, die unter dem Lepra Pr\u00e4ventionsgesetz an den Patienten mit der Hansen-Krankheit begangen wurden, kann nur unter Tr\u00e4nen erz\u00e4hlt werden und angeh\u00f6rt werden. Ich m\u00f6chte, dass sich die jungen Leute von ganzem Herzen mit der Hansen-Krankheit und den Menschenrechtsverletzungen in ihrem Zusammenhang auseinandersetzen. Ich denke Frieden ist etwas was wir alle wollen, aber wenn wir nur dar\u00fcber reden werden wir ihn nicht erreichen. Die Leidenschaft f\u00fcr den Frieden die in euren Herzen brennt, legt den Grundstein f\u00fcr den Frieden, dass m\u00f6chte ich euch vermitteln.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u3000Herr Jinyu Taira wurde auf Kume-Jima mit der Hansen-Krankheit geboren und mit 9 Jahren gegen seinen Willen in das Leprasanatorium Okinawa Airakuen gebracht. Sp\u00e4ter nach seiner Entlassung, arbeitet er seit 1999 in der Leitung der \u201eFreunde des Ahornbaum Vereinigung Okinawas\u201c und war Vorstandsvorsitzender \u201eJapanischen Versammlung f\u00fcr die entlassenen Insassen von Leprasanatorien\u201c Durch sein vielen Treffen mit Kinder wurde er ehrenamtlicher F\u00fchrer in der heutigen Airakuen Gedenkst\u00e4tte. Er erz\u00e4hlt von den Leiden und Menschenrechtsverletzungen die im Rahmen des Lepra Pr\u00e4ventionsgesetzes ver\u00fcbt wurden und engagiert sich f\u00fcr den Frieden.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kume-jima w\u00e4hrend des Krieges und mein Leben \u3000Ich wurde 1939 auf der Insel Kume-jima geboren. 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