{"id":172,"date":"2022-01-28T15:30:17","date_gmt":"2022-01-28T06:30:17","guid":{"rendered":"http:\/\/peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/?p=172"},"modified":"2022-04-11T13:17:14","modified_gmt":"2022-04-11T04:17:14","slug":"%e6%88%a6%e5%a0%b4%e3%81%ab%e3%81%b2%e3%81%a8%e3%82%8a%e5%8f%96%e3%82%8a%e6%ae%8b%e3%81%95%e3%82%8c%e3%81%a6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.peace-museum.okinawa.jp\/testimony\/de\/archive\/172\/","title":{"rendered":"Zur\u00fcckgelassen auf dem Schlachtfeld"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>Verstecken statt zu fliehen<\/p>\n<p>\u3000W\u00e4hrend des Krieges war ich in der vierten Klasse der Volksschule. Ich sollte zusammen mit meinem Bruder nach Kumamoto evakuiert werden. Ich konnte aber nicht gehen, weil bei der schul\u00e4rztlichen Untersuchung, eine Magen-Darm-Entz\u00fcndung festgestellt wurde. Mein Bruder wollte nicht alleine gehen und so beschloss meine Schwester, an meiner Stelle zu gehen und ich blieb zur\u00fcck in Okinawa. Ich bin das sechste Kind von neun Geschwistern.<br \/>\n\u3000Mein Vater arbeitete in einer Apotheke, aber etwa zwei Jahre vor Kriegsbeginn k\u00fcndigte er dort und arbeite im Gef\u00e4ngnis von Okinawa. Die Versorgung mit Waren wurde von der japanischen Armee kontrolliert und es gab kaum etwas zu kaufen. Als die Schlacht um Okinawa begann, wurden die Gefangenen entlassen. Die Gefangenen, die nicht nach Hause gingen, wurden mit den Mitarbeitern des Gef\u00e4ngnisses zusammen evakuiert. Im Mai 1945, als die US-Armee bis in unser Gebiet vorstie\u00df, evakuierten wir in einen Bunker in der N\u00e4he des Gef\u00e4ngnisses in Sobe, Naha. Japanische Soldaten erschienen und forderten uns auf den Bunker zu verlassen, damit sie ihn benutzen k\u00f6nnen. Wir erwiderten, dass wir diesen Bunker f\u00fcr das Gef\u00e4ngnis gegraben haben. Sie zogen ihre Schwerter und riefen: \u201eSeid ihr taub?\u201c Widerwillig mussten wir den Bunker verlassen.<\/p>\n<p>Flucht nach S\u00fcden<\/p>\n<p>\u3000Auf dem Weg nach S\u00fcden passierten wir die zerst\u00f6rte Madambashi Br\u00fccke. Wir liefen zwischen den Feldern entlang, als ein Artilleriegescho\u00df in der N\u00e4he einschlug und die Splitter um uns herumflogen. Mein Vater verhielt sich merkw\u00fcrdig, meine Mutter und ich liefen um nach ihm zu sehen. Sein Gesicht war zerfetzt, er st\u00fcrzte zu Boden und verstarb kurz darauf. Wir entschieden uns von der Gef\u00e4ngnistruppe zu trennen und auf eigene Faust zu evakuieren. Da mein Vater gestorben war, weinten wir bitterlich auf unserer Flucht.<br \/>\n\u3000Wir erreichten das Dorf Takara in Yaese. Es war nicht leicht einen Unterschlupf zu finden. Als wir endlich einen gefunden hatten, erschienen wieder japanische Soldaten und vertrieben uns mit den Worten: \u201eWir brauchen den Bunker f\u00fcr uns selbst\u201c. Wir versteckten uns danach im Gemeindezentrum. Das Gemeindezentrum wurde Abends um 8 Uhr von einer Granate getroffen. Sieben oder acht junge Panzergrenadiere erwischte es direkt. Ihre Ged\u00e4rme hingen heraus und es war ein grauenvoller Anblick. Mein rechtes Knie f\u00fchlte sich hei\u00df an, und als ich es ber\u00fchrte, sah ich Blut an meiner Hand. Hier ist die Narbe, von dem Granatsplitter.<br \/>\n\u3000Weil das Gemeindezentrum zerst\u00f6rt war, fanden wir Zuflucht in einem kleinem Schweinestall. In der Nacht weinte ich vor Schmerzen. Ein etwa vierzehnj\u00e4hriger Junge trug mich nach Yaesedake zu einer Milit\u00e4reinheit, wo sie meine Wunde sterilisierten. Aber als ich am n\u00e4chsten Morgen aufwachte, sah ich bereit Maden in der Wunde. Auch meine Gro\u00dfmutter war getroffen worden und starb am Blutverlust. Mein j\u00fcngster Bruder, der drei Jahre alt war starb an Tetanus. In der N\u00e4he eines Bunkers gruben wir ein Loch und beerdigten meine Gro\u00dfmutter und meinen Bruder. Wir legten ein T\u00fcr auf das Loch und bedeckten es mir Erde. Meine Geschwister und ich forderten unsere Mutter auf weiterzugehen, weil es wegen der japanischen Einheit in Yaesedake zu gef\u00e4hrlich war. Sie wollte aber nicht mehr weiterlaufen. Ich denke sie war verzweifelt und hatte ihren Lebenswillen verloren, weil ihre Mutter, ihr Mann und ihr j\u00fcngstes Kind gestorben waren. Sie war verletzt und lag im Unterstand, aber sie schaffte es aufzustehen und langsam nach Yoza in Itoman zu laufen.<br \/>\n\u3000In Yoza gab es die Yozaga Quelle und der Ort war reich an Wasser. Wir befanden uns gerade neben dem Eingang zu einem Bunker in einer H\u00f6hle, als von oben herab ein amerikanischer Soldat sein Gewehr auf uns richtete. Es passierte so pl\u00f6tzlich, dass wir nicht wussten, was wir tun sollten. Ein japanischst\u00e4mmiger Amerikaner kam als Dolmetscher in den Bunker hinein und erkl\u00e4rte uns, dass wir die H\u00f6hle verlassen sollen. Die Amerikaner w\u00fcrden uns nichts antun. Einige der Leute im Inneren der H\u00f6hle reagierten darauf und liefen hinaus. Ich ging mit ihnen zusammen nach drau\u00dfen. Wir wurden in 10er Gruppen aufgereiht und liefen zu einer gro\u00dfen Kreuzung in Itoman. In der H\u00f6hle waren mein achtj\u00e4hriger Bruder und meine f\u00fcnfj\u00e4hrige Schwester bei meiner Mutter. Ich war wie bet\u00e4ubt aus der H\u00f6hle gelaufen und mich hatte so von ihnen getrennt. Wenn ich zur\u00fcckdenke, bereue ich es, dass ich nicht irgendetwas getan habe, um meiner Familie zu helfen, die in der H\u00f6hle zur\u00fcckgeblieben war.<\/p>\n<p>An Bord des LST (Panzer Landungsschiff)<\/p>\n<p>\u3000Die Leute, die in dieser Gegend gefangen genommen waren, wurden auf ein LST verladen, das vor der K\u00fcste an der N\u00e4he des Nashiro Beaches ankerte. Die gro\u00dfe Ladeklappe des Schiffes war ge\u00f6ffnet und wir liefen zu Fu\u00df hinein. Ich wunderte mich \u00fcber das merkw\u00fcrdigen Schiff mit der offenen Bugklappe. Ich dachte, dass sie uns aufs offene Meer bringen und dann ertr\u00e4nken werden.<br \/>\nAber sobald wir an Deck waren, fingen die amerikanischen Soldaten an uns Nahrungsmittel zu zuwerfen. Wir hoben sie auf und a\u00dfen sie. Ich fand es seltsam, dass sie uns Essen gaben bevor sie uns umbringen und begann zu glauben, dass sie uns vielleicht doch nicht t\u00f6ten werden.<br \/>\n\u3000Sie brachten uns nach Higa-Shimabuku, im heutigen Kita-naka-gusuku. Meine Wunde wurde versorgt und ich blieb dort f\u00fcr zwei, drei Tage. Dann wurde ich mit einem Auto zu einem Hospital in Ginoza verlegt. Das Krankenhaus war ein langes Geb\u00e4ude von etwa 30 bis 40 Metern. Als ich das Krankenhaus verlie\u00df, begann ich nach jemanden zu suchen, den ich kenne. Ich wurde im Krieg von meiner Familie getrennt, aber ich dachte ich w\u00fcrde in der Lage sein Bekannte oder Verwandte zu treffen. Und tats\u00e4chlich traf ich auf einen Verwandten bei meiner Suche. Er geh\u00f6rte zu unserer Verwandtschaft von Tounokura in Shuri und sagte mir, ich soll zu seinem Haus gehen. Er hatte alle drei Enkelkinder im Krieg verloren und ich kam als Waise in sein Haus. Einige Tage vergingen und ich fand eine noch engere Verwandte. Sie war die Cousine meines Vaters, ungef\u00e4hr so alt wie meine Mutter und sie forderte mich auf, mit ihr zu gehen.<\/p>\n<p>Von den Verwandten aufgenommen<\/p>\n<p>\u3000Mit ihr lebte ich einige Zeit im Internierungslager Sokei in Ginoza. Das Lager befand sich direkt am Meer. Das einzige, woran ich in dieser Zeit denken konnte, war Essen. Die Verpflegungsrationen der Amerikaner reichten nicht aus und ich a\u00df wilde Kr\u00e4uter, wie Beifu\u00df und essbare Gr\u00e4ser, dazu die Sprossen von Waldfr\u00fcchten. Die Sprossen kochten wir und vermischten sie mit den erhaltenen Rationen. So war das damals.<\/p>\n<p>Mit Malaria infiziert<\/p>\n<p>\u3000Zusammen mit vier, f\u00fcnf Einwohnern von Sokei lief ich zur M\u00fcllhalde der US-Armee Es wurde Abends und wir \u00fcbernachteten in einer selbstgebauten H\u00fctte. Am n\u00e4chsten Tag gingen wir zur\u00fcck, nachdem wir alles eingesammelt hatten, was wir f\u00fcr n\u00fctzlich hielten. Soweit war alles in Ordnung, aber leider hatte ich mich in dieser Nacht mit Malaria infiziert. Mir war kalt und mein K\u00f6rper fing an zu zittern. Die Gro\u00dfmutter und die Tante hielten mich beide fest, aber das Zittern und die K\u00e4lte h\u00f6rten nicht auf. Ich erhielt Chinin, in Form einer gelben Medizin und war in zwei Tagen geheilt. Die Schule in Sokei war nicht mehr als eine Tafel die an einen Pinienbaum geh\u00e4ngt war. Der Lehrer schieb etwas auf ihr und unterrichtete uns auf diese Weise. Sp\u00e4ter wurde er mein Klassenlehrer an der Shuri High School. Er unterrichtete Englisch und ich war sehr \u00fcberrascht, als ich ihn an der Highschool wieder traf. An der Schule in Sokei waren vier oder f\u00fcnf Sch\u00fcler. Es gab eine Verteilerstation im Lager. Dort erhielten wir Hemden und Hosen, die aus Mehls\u00e4cken gen\u00e4ht waren. In Tera in Shuri wurden Standardh\u00e4user gebaut. Als ich hinging, um sie mir anzusehen traf ich meine Tante, die j\u00fcngere Schwester meiner Mutter und sie nahm mich bei sich auf,<\/p>\n<p>Von Okinawa nach Kume-jima<\/p>\n<p>\u3000Eines Tages kam Herr Hokumura zum Haus meiner Tante. Vor dem Krieg wohnte er bei uns, w\u00e4hrend er an der an der Lehrerakademie studierte. Er hatte davon geh\u00f6rt, dass ich der einzige \u00dcberlebende unsere Familie war. Er war in Okinawa, um die Geh\u00e4lter f\u00fcr die Lehrer in Kume-jima in Empfang zu nehmen. Er war gut mit meinen \u00e4lteren Bruder befreundet gewesen. Ich war einige Jahre j\u00fcnger, hatte aber viel von ihm geh\u00f6rt. Er erz\u00e4hlte, dass Kume-jima nicht so sehr vom Krieg betroffen war und es ausreichend zu Essen gab und lud mich ein, mit ihm nach Kume-jima zu gehen. Ich ging zum Haus unseres Familien\u00e4ltesten, um mich mit ihm zu beraten. Ich hatte meine Eltern und Geschwister im Krieg verloren und es spielte keine Rolle wo ich lebte, deshalb entschied ich mich zu gehen. Unser Familien\u00e4ltester sagte zu mir: \u201eGeh ruhig, wenn es das ist was du tun m\u00f6chtest\u201c.<br \/>\n\u3000Abschlie\u00dfend bat ich noch meine Tante und eine weitere Verwandte um Einwilligung und lief noch am selben Tag von Shuri nach Itoman. Dort bestieg ich ein Boot nach Kume-jima. Das Boot landete im Hafen von Torishima (ehemals Gushikawa) und ich verlie\u00df das Schiff. Nach einem 20 min\u00fctigen Fu\u00dfmarsch erreichte ich das Haus von Herrn Hokamura in Nakachi. Ich kam in die f\u00fcnfte Klasse der Otake Grundschule. In Kumejima blieb ich, bis zum ersten Halbjahr der ersten Klasse der Junior High School. Sie k\u00fcmmerten sich dort f\u00fcr etwa zweieinhalb Jahre um mich. Weil ich jeden Tag von fr\u00fch Morgens an Heu m\u00e4hte, konnte ich nicht an den Klubaktivit\u00e4ten teilnehmen, wie meine Freunde. Kinder aus ordentlichen Haushalten wurden von den \u00c4lteren unterrichtet und lernten nachmittags. Ich hatte aber keine Zeit zum lernen. Herr Hokumuras Frau war ebenfalls Lehrerin und ihre Schwester war Kindergartenerzieherin. Es gab also drei Lehrer in der Familie. Sie k\u00fcmmerten sich sehr gut um mich. Obwohl ich eine Kriegswaise war, f\u00fchlte ich mich niemals hilflos oder verzweifelt. Ich hatte auch gar keine Zeit, \u00fcber den Verlust meiner Familie nachzudenken. Ich konzentrierte mich mit aller Kraft auf die Aufgaben die unmittelbar vor mir lagen. Als ich in der sechsten Klasse der Grundschule war, wurde das 6-3-3 Schulsystem eingef\u00fchrt. Nach Abschluss der Grundschule kam ich direkt in die 1. Klasse der neugebildeten Mittelschule. Ich geh\u00f6rte zum dritten Jahrgang an der Gushikawa Junior High School<\/p>\n<p>Auf der Suche nach meinen Geschwistern<\/p>\n<p>\u3000In den Sommerferien des ersten Jahres an der Junior High School ging ich zur\u00fcck nach Okinawa. Vor dem Krieg evakuierten mein Bruder und meine Schwester nach Kumamoto und ein anderer Bruder hatte die Marinefliegerakademie besucht. Ich wusste nicht wo sie waren und ging zu meinen Verwandten in Okinawa, um mich nach ihnen zu erkundigen. Dieser Verwandte meinte zu mir: \u201eHerr Hokumura geh\u00f6rt nicht zu deiner Familie\u201c \u201eEr hat nur w\u00e4hrend des Studium bei euch gewohnt\u201c. Er sagte, weil sie die n\u00e4chsten Verwandten von mir sind, werden sie sich um mich k\u00fcmmern. \u201eBleib hier und fahr nicht nach Kume-jima zur\u00fcck\u201c, forderte er mich auf. Ich blieb dort bis zu meinem zweiten Jahr an der Shuri High School. Kurz vor meinem dritten Jahr, ging ich nach Nagasaki, wo mein Bruder wohnte.<br \/>\n\u3000Mein Bruder arbeitete als Gef\u00e4ngnisaufseher. Nach der Marinefliegerakademie k\u00e4mpfte er in Nordchina, bevor er nach Japan zur\u00fcckkehrte. Ich hatte die zweite Klasse der Highschool beendet und sollte die Nagasaki-Nishi High School besuchen. Ich hatte wenig gelernt und meine Kenntnisse reichten nicht aus, um in die dritte Klasse zu gehen. Obwohl ich alt genug war, besuchte ich noch einmal die zweite Klasse. Letztendlich war ich vier Jahre auf der Highschool. Damals war es unm\u00f6glich eine Anstellung wie z.B. an einer Bank zu finden, wenn man keine Eltern und keinen Besitz hatte. Ich stritt mich oft mit meinen Lehrern dar\u00fcber, dass ich als Kriegswaise von Anfang an keine Chance auf dem Arbeitsmarkt h\u00e4tte. Nachdem Abschluss der Highschool, ging ich jeden Tag zu einer staatlichen Arbeitsvermittlungs-stelle. Ich fand schlie\u00dflich eine Anstellung als Mechaniker, in der Buswerkstatt der Nagasaki Verkehrsbetriebe. Von Anfang an musste ich Metallarbeiten wie Gas- oder Elektroschweissen ausf\u00fchren. Dabei verletzte ich mir meinen R\u00fccken. Ich lag zwei Monate im Krankenhaus, aber es wurde nicht besser. Mein Bruder meinte zu mir: \u201eDas geht so nicht weiter, geh zu den Selbstverteidigungskr\u00e4ften und h\u00e4rte dich ab!\u201c. Ich befolgte seine Ratschlag und innerhalb von zwei Jahren wurde ich kr\u00e4ftiger. Nach zwei Jahren h\u00f6rte ich bei den Selbstverteidigungskr\u00e4ften auf und ging mit drei Kameraden nach Osaka. Ich hatte mir \u00fcberlegt, in Osaka zu Arbeiten und Abends am College zu studieren. Doch w\u00e4hrend ich arbeitete, fing mein R\u00fccken wieder an zu schmerzen. Ich fing als Zeitungsaustr\u00e4ger an und wohnte im Wohnheim der Firma. In Dotonbori und Sennichimae trug ich die Asahi-Shinbun aus. Als die Shuri High School im Koshien Stadium Baseball spielte, fuhr ich hin um sie zu sehen. Ich wollte in Osaka arbeiten und genug Geld f\u00fcr die Abendschule verdienen, aber der Plan ging nicht auf. So konnte es nicht ewig weitergehen und ich fuhr zur\u00fcck zu meinem Bruder nach Nagasaki. Er riet mir nach Okinawa zur\u00fcckzugehen und unser altes Haus zu renovieren. Er sagte, dass es in Okinawa w\u00e4rmer ist und es mir dort sicherlich besser geht.<br \/>\n\u3000Ich ging zur\u00fcck nach Okinawa und arbeite auf dem Milit\u00e4rhafen in Naha. F\u00fcr drei Jahre entlud ich Fracht von US-Milit\u00e4rschiffen. Ein Amerikaner fragte mich einmal: \u201eDu hast deine Eltern und deine Geschwister im Krieg verloren, wie kannst du auf einem Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt arbeiten, wo so viele Amerikaner sind?\u201c. Ich dachte nach und gab ihm folgende Antwort: \u201eSicherlich, in den ersten Jahren nach dem Krieg in Kume-jima habe ich daran gedacht, meine Eltern zu r\u00e4chen, selbst wenn ich dabei sterben w\u00fcrde. Aber meine Gef\u00fchle haben sich mit der Zeit ge\u00e4ndert. Ich kam zu dem Schluss, dass nicht die einzelnen Amerikaner schlechte Menschen waren. Wenn man versteht, dass es ein Krieg zwischen zwei L\u00e4ndern war, dann hegt man keinen Groll, gegen die einzelnen Personen\u201c. Er h\u00f6rte meine Antwort und verstand meine Denkweise.<\/p>\n<hr \/>\n<p>\u3000Bis zu seinem 35 Lebensjahr arbeitete Herr Kuba weitere 10 Jahre f\u00fcr das US-Milit\u00e4r. Danach wurde er Gef\u00e4ngnisaufseher. Beginnend mit den inhaftierten US Soldaten und Milit\u00e4rpersonal war er \u00fcber 15 Jahre zust\u00e4ndig f\u00fcr die Ausl\u00e4nder im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verstecken statt zu fliehen \u3000W\u00e4hrend des Krieges war ich in der vierten Klasse der Volksschule. 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